Verkehrsminister erkennt gestiegene Verkehrsbelastung an B 62 an – Lärmschutzfenster

Hoffen auf Lösung für Sorga

Bad Hersfeld. In einem persönlichen Schreiben an Bürgermeister Thomas Fehling bestätigt der Hessische Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Florian Rentsch, den Eindruck der Sorgaer Bürgerinnen und Bürgern und der Stadtverwaltung, dass insbesondere in den letzten fünf bis sieben Jahren der Verkehr deutlich zugenommen habe.

Dies ließe sich klar an den amtlichen Straßenverkehrszählungen festmachen, heißt es in dem Schreiben. Für Sorga bedeutet dies, dass pro Tag etwa 12 000 Kraftfahrzeuge die Ortsdurchfahrt der Bundesstraße B 62 nutzen. Eine Steigerung ist nach den amtlichen Zahlen auch bei dem Anteil an Fahrzeugen zu verzeichnen, der die Sorgaer Bürger besonders stört: dem Schwerlastverkehr. Das Ministerium geht nach den vorliegenden Zahlen von rund 800 Lkw und Lastzügen pro Tag aus. Tagesspitzen können situationsbedingt aber noch deutlich höher liegen, wie die vom Fachbereich Technische Dienste ermittelten Messergebnisse zeigen.

Neue Verkehrszählung 2013

Staatsminister Rentsch teilte Bürgermeister Fehling mit, dass er für 2013 eine neue Verkehrszählung plane, mit der „insbesondere die Entwicklung des Schwerlastverkehrs beobachtet“ werden solle. Nach vorliegenden Lärmberechnungen sei die Nachtzeit besonders kritisch. Hier habe die Straßenbauverwaltung einige Gebäude in der Ortsdurchfahrt ausgemacht, bei denen nach den Berechnungen die Grenzwerte für zumutbare Lärmimmissionen nachts überschritten seien, ist man sich im Ministerium bewusst.

Es verwundert nicht, dass der Speditionsverband Hessen/Rheinland-Pfalz und der Fachverband Güterkraftverkehr und Logistik e.V. in Gesprächen mit dem Minister starke Vorbehalte gegen die Anordnung von Lkw-Durchfahrtsverboten zum Ausdruck gebracht haben, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Der Antrag der Kreisstadt auf Erlass eines Lkw-Durchfahrtsverbotes für den Nachtzeitraum aus dem April 2011 steht somit zentral im Blickpunkt.

Trotz der Widerstände der Verbände hat Staatsminister Florian Rentsch Hessen Mobil – Straßen- und Verkehrsmanagement – um Prüfung gebeten, ob den Sorgaer Bürgerinnen und Bürgern mit Lärmschutzfenstern weiter zu helfen ist.

Bürgermeister Thomas Fehling sieht sich nach dem Schreiben des Ministers in dem schrittweisen Vorgehen bestätigt: Das Drängen auf eine solide Prüfung der besonderen Sorgaer Verhältnisse ha´be zu weiteren Aktionen seitens der Straßenbauverwaltung geführt, so dass man nun sicher sein könne, dass die besondere B 62-Problematik und der Leidensdruck der Bevölkerung voll anerkannt seien. Wenn erste Maßnahmen im Sinn eines passiven Lärmschutzes bei den besonders betroffenen Gebäuden zumindest den größten Leidensdruck kurzfristig verringern könnten, sei zumindest ein erster Teilerfolg erzielt. (red/zac)

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