Becaye Aw begeisterte mit seiner Musik das Publikum im Buchcafé

Hörgenuss aus dem Norden

Der in Mauretanien geborene Gitarrist und Sänger Becaye Aw (rechts) wurde bei seinem Auftritt im Bad Hersfelder Buchcafé von zwei excellenten Musikern aus Norwegen begleitet, Percussionist Helge Andreas Norbakken (Mitte) und Multiinstrumentalist Olaf Torget (links). Foto: Rödiger

Bad Hersfeld. Er stammt aus Mauretanien, lebt und arbeitet seit einigen Jahren in Norwegen und hat als Gitarrist mit vielen Größen der afrikanischen Weltmusik gespielt. Die Rede ist von Becaye Aw.

Vor einem Jahr hat er in seiner neuen Heimat sein erstes Soloalbum mit dem Titel „Sibi“ veröffentlicht.

Die Lieder hat er vor allem mit zwei excellenten norwegischen Musikern arrangiert, mit dem Multiinstrumentalisten Olaf Torget und dem Drummer und Percussionisten Helge Andreas Norbakken.

Und genau in dieser Trio-Besetzung tourt Becaye Aw nun durch Schweden, Norwegen, Dänemark und Deutschland.

Die beiden deutschen Tourstationen in Bad Hersfeld und Marburg sind dabei nicht zuletzt durch persönliche Kontakte zwischen Buchafé-Geschäftsführer Helmut Weide-Basler und Helge Andreas Norbakken zustandegekommen.

Am Freitagabend gastierte Becaye Aw im Bad Hersfelder Buchcafé und beeindruckte sein Publikum mit seiner Musik nachhaltig.

Becaye Aws Lieder sind keine typische afrikanische Weltmusik. Sein Gitarrenspiel ist überraschend vielseitig und kombiniert verschiedenste musikalische Einflüsse, Betonungen und Rhythmen. Neben den traditionellen afrikanischen Themen kommen da auch viele Stilelemente aus dem Jazz und der europäischen Folklore zum Tragen. Gesanglich bleibt Becaye Aw seinen Ursprüngen treu. Er singt mit bassig-warmer Gesangsstimme in seiner Muttersprache selbstgeschriebene Lieder und auch den einen oder anderen Folklorestandard aus seiner Heimat Mauretanien.

Gitarrist Olaf Torget und Percussionist Helge Andreas Norbakken greifen die Gitarrenthemen von Becaye Aw begierig auf und kreieren gemeinsam ein dynamisches Klangfeuerwerk von besonderer Intensität und Schönheit.

Künstlerisches Highlight des Konzerts war mit Sicherheit das beeindruckende Solostück des norwegischen Percussionisten Helge Andreas Norbakken.

Auf seinem, aus afrikanischen Djembetrommeln, zwei alten Autofelgen und verschiedensten Schlagzeugeinzelteilen zusammengestellten Drumset improvisierte Norbakken mit spielerischer Leichtigkeit raffinierteste Rhythmen, die dank der excellenten Tonabnahme und Mischung des mit dem Trio tourenden, britischen Tontechnikers klanglich zu einem echten Hörgenuss mutierten. (rö)

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