Uli Hoeneß bewegt die Fans im Wartburgkreis

Liebe Leserinnen und Leser im Hersfelder Land,

das im Boulevard als „Hoeneß-Hammer“ bezeichnete Urteil im Strafprozess des (nun ehemaligen) Bayern-Bosses Uli Hoeneß hat die Menschen im Wartburgkreis bewegt. Vielerorts sprach man darüber und insbesondere Fans des Vereins waren hin- und hergerissen. „Klar, er hat Mist gebaut“, sagte Klaus Eisenschmidt, der seit 57 Jahren dem Bayern-Fanclub angehört und in Kaltennordheim einen Bayern-Fanshop betreibt. „Das hat er ja auch erkannt. Die Strafe ist aus meiner Sicht gerecht. Da muss er nun durch und diesen Weg wird er auch ehrlich gehen.“

Eisenschmidt ist mehr als einmal mit der Bayern-Ikone Hoeneß zusammengetroffen, hat auch dessen Frau kennengelernt. „Und das ist eine ganz Strenge, die führt das Regiment und sie hat Uli sicher auch in seinen Entscheidungen bestärkt“, verriet Eisenschmidt. Die Hoeneß’ seien bei allem Erfolg eine bodenständige Familie geblieben. Aber Eisenschmidt wollte auch nicht unerwähnt lassen: „Uli ist einer, der gern gespielt, gezockt hat, mit viel Geld eben.“ Das sei eine Sucht wie Alkohol oder Drogen. Und somit auch eine Krankheit. Aber Uli Hoeneß verstecke sich nicht dahinter, sondern stelle sich seiner Verantwortung.

Als zweischneidiges Schwert bezeichnete Jens Pforr, Vorsitzender des FC-Bayern-München-Fanclubs Wartburgkreis, den Fall Hoeneß. Auf der einen Seite habe sich der Bayern-Boss um den Verein verdient gemacht, auf der anderen habe er als Mensch Fehler begangen, für die er nun zur Rechenschaft gezogen werden müsse. „Uli ist für uns ein Idol“, sagte Pforr. Und deshalb sei sein Verhalten enttäuschend, gerade in dieser Zeit, die für Bayernfans sonst eher Grund zum Jubeln bietet.

Aufregend auf einem ganz anderen Level geht es unterdessen seit Tagen in Hämbach zu. Dort wird Jürgen Fischer seine Tierliebe womöglich zum Verhängnis. Wenn seine beiden Katzen sich im Hof vor dem Futternapf niederließen, gesellten sich nach und nach wilde Katzen hinzu und machten sich über das Futter her. Bis zu 25 Tiere waren es zuletzt, sodass sich die Nachbarn bereits beschwert haben. Das Ordnungsamt Tiefenort hat inzwischen das Gespräch mit Fischer gesucht, weil man befürchtet, er könne der wilden Katzen nicht mehr Herr werden. Dass er ein Katzenfreund sei und die Tiere nicht aus bösem Willen anlocke, sei der Behörde klar.

Dennoch, die Katzen sind ein Problem, das erklärte auch Amtstierarzt Dr. Gunther Hädrich. Zurzeit gebe es noch zehn dieser Katzen, die dringend kastriert werden müssen, sagte er. Doch eine Kastration kostet Geld. Das hat Jürgen Fischer, der schon viel für das Futter der wilden Katzen ausgegeben hat, nicht. Inge Rilk, Leiterin des Tierheims Springen, fand deutliche Worte: Wer fremde Katzen füttere, stehe in der Pflicht, auch zukünftig für diese zu sorgen und ebenso die Kosten für deren Kastration zu übernehmen. So kann also eine vielleicht gut gemeinte Geste ungewollt zu einem echten Problem werden.

sven.wagner@stz-online.de

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