Höflicher Zechpreller und ein Konflikt ums Piratenschiff

Liebe Leserinnen und Leser im Hersfelder Land,

einem Zechpreller widmete die Polizei Bad Salzungen bei der Auswertung der Kriminalstatistik 2014 noch einmal alle Aufmerksamkeit. Der Mann, der übrigens immer zu Fuß unterwegs ist und sich artig vorstellt, hatte seit Oktober immer wieder in Gaststätten gespeist und getrunken. In manchen Lokalitäten sogar zweimal hintereinander. Am Ende gestand er immer ein, dass er die Zeche nicht zahlen kann. Er forderte die Wirte auf, die Polizei zu rufen und wartete artig. Mit den Polizeibeamten wäre er gern mitgegangen, zur Not auch gefahren. Denn er hatte nur ein Ziel, das Gefängnis. Das ist ihm laut Polizei aber bis heute verwehrt geblieben. Bis zum Jahresende brachte es der Mann auf 30 Zechprellereien. Zu wenig, um eingebuchtet zu werden.

Umsonst zu Fuß unterwegs waren am vergangenen Sonntag viele Kinder mit den Eltern und Großeltern. Sie wollten das Piratenschiff auf der Erlebnisinsel am Flößrasen in Bad Salzungen entern und standen vor dem verschlossenen Tor des Wohnmobilstellplatzes. Ein Konflikt, dessen Ursprung für den Bad Salzunger Kur-Chef bereits mit den Planungen gelegt wurde. Ein öffentlicher Spielplatz gehört seiner Meinung nach nicht auf einen Wohnmobilstellplatz, weil die Wohnmobilisten Ruhe in der Natur und Erholung im Keltenbad und den Gradieranlagen suchen und Kinder einfach einmal Pirat sein und toben wollen.

Auch zu Fuß unterwegs, allerdings eine Mischmaschine schiebend, waren am vergangenen Wochenende die Teilnehmer des ersten Mischmaschinenrennens in Schweina. 29 Teams hatten gemeldet. Zuschauer aus ganz Deutschland ließen sich das bunte Spektakel nicht entgehen.

Nicht zu Fuß müssen Sie nach Bad Salzungen kommen. Aber den Termin 19. bis 21. Juni sollten Sie sich vormerken. Dann steigt das Stadtfest und auf den Bühnen am Markt, auf dem Nappenplatz, am Entleich und im Haunschen Hof am Burgsee steppt wieder der Bär.

ute.weilbach@stz-online.de

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