Heiratswillige Pärchen sorgen am Schnapszahl-Datum für volle Standesämter im Kreis

Hochzeitsfieber am 12.12.2012

Ein beliebter Tag zum Heiraten: Zum Schnapszahl-Datum 12.12.2012 sind die Standesämter im Kreis voll. Foto: Spanel

Hersfeld-Rotenburg. Beinahe zehn Jahre müssen Heiratswillige warten, bis der Kalender wieder eine solche Schnapszahl hergibt: Der 12.12.2012 ist als Hochzeitsdatum im Kreis Hersfeld-Rotenburg entsprechend gefragt.

Doch ob Schnapszahl-Daten nun Glück bringen, leichter einzuprägen oder einfach nur spektakulär anzusehen sind – fest steht, sie sind für Hochzeiten und zur Begründung eingetragener Lebenspartnerschaften äußerst begehrt. Nicht verwunderlich also, dass die Standesämter des Kreises Hersfeld-Rotenburg an diesem einprägsamen Datum eine überdurchschnittlich hohe Nachfrage verzeichnen.

„Am 12. Dezember heiraten gleich fünf Paare. Um den Trubel nicht zu groß werden zu lassen, trauen zwei Standesbeamte parallel im Trauzimmer und im Kurhaus“, sagt Andrea Braun vom Standesamt in Bad Hersfeld. Ein Pärchen möchte seine Lebenspartnerschaft sogar ausdrücklich um 12.12 Uhr offiziell besiegeln lassen. „Diesen Wunsch erfüllen wir natürlich sehr gerne“, sagt Andrea Braun und lacht.

In Rotenburg wollen vier, in Bebra gar fünf Paare in den Hafen der Ehe einlaufen. „Die ersten Anrufer wollten um Punkt 12 Uhr heiraten“, erklärt Dieter Wagner vom Standesamt Rotenburg. „Aber leider können wir diesen Termin nur einmal vergeben.“

Auch in Heringen wollen gleich vier Paare den Bund fürs Leben schließen. „Die Anmeldungen für diesen Tag bekamen wir schon sehr frühzeitig“, bemerkt Reinhold Heinz vom städtischen Bürgeramt. Verglichen mit den nur 35 über das gesamte Jahr verteilten Hochzeiten sei die Auslastung des Heringer Standesamtes an diesem Mittwoch im Dezember gewaltig.

Dass kalendarisch besondere Tage dem allgemeinen Trend, auch ohne Trauschein in „wilder Ehe“ zusammenzuleben, entgegenwirken, kann auch Heike Schmidt-Huber vom Standesamt Ludwigsau bestätigen. „Immerhin haben wir drei Anmeldungen für diesen Termin. Sonst trauen wir übers Jahr verteilt nur etwa 20 Paare.“ Generell gehe die Zahl der Eheschließungen eher zurück, oder aber die Paare zelebrierten ihre Hochzeiten möglichst spektakulär an den außergewöhnlichsten Orten.

Schnapszahl kein Garant

Doch so einprägsam der 12.12. auch sein mag – einen kleinen Wermutstropfen gibt es auch: „Eine Ehe, die nur wegen einer Zahl oder einem Datum eingegangen wird, hat selten eine Zukunft“, weiß der Standesbeamte Uwe Seel aus Niederaula. „Beispielsweise sind von den drei Ehen, die ich am 9.9.2009 gestiftet habe, zwei schon wieder in die Brüche gegangen.“

Wer also am 12. Dezember keinen Termin mehr ergattern konnte, kann sich damit trösten, dass Schnapszahl-Daten auch kein Garant für eine glückliche Zukunft sind. Dagegen sollen aber Ehen, die am Datum des Kennenlernens geschlossen werden, besonders lange halten. Menschen

Von Emily Spanel

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