Das Hochwasser und die Altersschwäche

Viele Grüße aus Bad Salzungen nach Bad Hersfeld an die Leser der HZ. Das Hochwasser und seine Folgen waren vergangene Woche meistdiskutierte Themen in der Region. Der Mai war alles andere als ein Wonnemonat. Eine private Wetterstation in Dorndorf/Rhön registrierte in diesem Zeitraum eine Regenmenge von 197,3 Liter pro Quadratmeter, fast eine Regentonne voll.

Das ist sehr viel für einen Monat, aber im bayerischen Aschau fiel mehr als die doppelte Regenmenge (405,1 Liter pro Quadratmeter) innerhalb von 90 Stunden. Dort, jedoch auch in Sachsen, Ostthüringen und Sachsen-Anhalt ist das Hochwasser vielfach katastrophaler als im Werratal, was allerdings kein Trost ist für die Bewohner an Weinberg, Mühlberg, Luxenburg und Unter den Bergen in Bad Salzungen, die derzeit nicht in ihren Häusern wohnen können, weil ein Steilhang abrutscht.

Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) machte sich selbst ein Bild von der Situation und sprach mit den Betroffenen. Der Minister forderte, dass schon länger geplante Hochwasserschutz-Vorhaben zeitnah umgesetzt werden müssen. Ob der Freistaat Thüringen die Stadt Bad Salzungen dabei unterstützt, konnte er jedoch nicht versprechen.

In Zella war nicht Hochwasser, sondern Altersschwäche die Ursache für ein großes Loch in der Natursteinmauer, die das Propsteigelände umgibt. Ein Statiker stellte Einsturzgefahr fest und empfahl, die Gefahrenstelle abzusperren. Eigentlich sollte auf einer anliegenden Wiese ein Bildungs- und Erlebnisgarten entstehen. Daraus wird erstmal nichts, denn die Gefahr, von herabstürzenden Gesteinsbrocken getroffen zu werden, lässt keinerlei Bauarbeiten zu. Wann die Mauer repariert wird, steht in den Sternen. Eine grundhafte Sanierung wäre notwendig, und die kostet nach ersten Schätzungen um die 400 000 Euro. So viel Geld kann die Gemeinde aber nicht aufbringen.

Im Geisaer Schlossgarten gab es ebenfalls eine instabile Stützmauer. Das Gelände wird derzeit komplett umgebaut, und im Zuge dieser Arbeiten sollte die Mauer stabilisiert und saniert werden. Dabei stürzte sie auf einer Länge von acht Metern ein. Die Bauleute hatten aufgepasst und niemand wurde verletzt. Dann gossen sie ein massives Betonfundament und bauten darauf unter Verwendung der historischen Natursteine die Mauer wieder auf. Nun ist sie richtig stabil und kann zu Recht als „Stützmauer“ bezeichnet werden.

stefan.sachs@stz-online.de

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