Umjubelte Abschlusskonzerte der 61. Bad Hersfelder Festspiele

Hochgenuss zum Schluss

Stimmgewaltig und mit einfallsreichem Repertoire präsentierte sich der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg unter der Leitung von Ulli Meiß gleich zweimal vor voll besetzten Rängen. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. „Das ist Rekord. Die Stiftsruine ist an beiden Tagen restlos ausverkauft“, freute sich Ulli Meiß. Der Chor und das Blechbläserensemble der Modell- und Gesamtschule Obersberg und Konrad-Duden-Schule haben unter seiner Leitung auch in der Festspielsaison 2011 mit dem Abschlusskonzert für Begeisterung gesorgt.

„Mit ihrem Konzertticket unterstützen sie unsere Jugendarbeit“, begründete Meiß sein Engagement für die Stadt Bad Hersfeld und ergänzte: „Dieses Verhältnis zu Bad Hersfeld stimmt ganz einfach“.

Volles Engagement haben er, knapp 100 Sängerinnen und Sänger sowie 30 Musiker schon bei der intensiven Vorbereitung auf das Konzert gezeigt, bei dem sie aufgrund des großen Erfolges in 2010 noch einmal das Thema Liebe reflektierten. Das mit vielen Glanzpunkten und musikalischen Überraschungen gespickte Programm eröffneten Chor und Blechbläser mit der Filmmusik „Conquest of Paradise“, bei der Gänsehaut-Feeling garantiert ist.

Riesiges Repertoire

Mit traditionellen Volksliedern wie „Das Lieben bringt groß‘ Freud“ und „Du, du liegst mir im Herzen“, dem Scherzlied „So geht es im Schnützelputzhäusel“ aus dem 18. Jahrhundert, „Memory“ aus dem Musical „Cats“ und einem ABBA-Medley zeigte der Ausnahmechor die ganze Bandbreite seines Könnens.

Der Chor kann aber auch mit herausragenden Solisten wie Marisa Linß und Martin Kammandel aufwarten, die bei „Barcarole“ aus der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ den romantischen Solopart übernahmen.

Michael Maiwald brillierte mit dem Toreador Song aus „Carmen“, bei dem er auch sein schauspielerisches Talent ausleben konnte. „Schauspiel und Oper in einem - ohne Zank und Streit“, witzelte Ulli Meiß, der bei diesem Konzert auch als Tänzer, Trompeter und Sänger zur persönlichen Höchstform auflief. Er komplettierte die „Comedian Harmonists“, die sich mit „Ich hab das Fräulein Helen baden sehn“ als echte Machos präsentierten, mit dem Lied „Lass mich dein Badewasser schlürfen“ aber gleich um Wiedergutmachung winselten.

Abschlusskonzert der 61. Bad Hersfelder Festspiele

Ein witziger Einfall, der allerdings von der modernen intelligenten Lösung, fehlende „Aida-Trompeten“ durch Gartenschläuche zu ersetzen, übertroffen wurde. Björn Diehl, Thorsten Gräf und Dirk von Sierakowsky nahmen bei der Hymne und dem Triumphmarsch aus „Aida“ die Herausforderung an, die richtigen Töne zu treffen. Bei dieser Hymne trumpfte das großartige Blechbläserensemble besonders auf, das auch für seine glanzvolle Präsentation von „Salomé“ und „Granada“, „Viva la vida“ und „Go West“ mit donnerndem Applaus belohnt wurde. Einen musikalischen Leckerbissen servierte Anastasia Boksgorn mit ihrem beeindruckend schnellen „Csárdás-Geigensolo“. Um eine Zugabe kam sie nicht herum. Die Klavierbegleitung übernahmen einfühlsam wie immer Silke Pfannkuch und Anne Rill.

Bei diesem Konzert gab es nur einen Wermutstropfen und das waren dicke Regentropfen, die nahezu unaufhörlich auf die Bühne prasselten. Wir haben das Lied „Es geht ein dunkle Wolk’ herein“ zu oft geübt, bedauerte Ulli Meiß seine „Mitschuld“ an dem schlechten Wetter.

Von Gudrun Schmidl

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