Kran hievt Träger aus der Stiftsruine – Ende September soll der Abbau beendet sein

Hoch über den Mauern

Hoch über der Stiftsruine schwebt die 16 Meter lange Gegenlichttraverse, die gestern per Kran aus der Ruine gehievt wurde. Wie beim Aufbau müssen auch beim Abbau der Festspielbühne und -technik besonders große Elemente auf diese Weise transportiert werden.

Bad Hersfeld. Hoch über der Stiftsruine sind Guido Gelbert und Detlef von Bremen im schwankenden Mannkorb damit beschäftigt, eine 16 Meter lange Stahlkonstruktion mit Fangseilen anzuhängen. Die sogenannte Traverse als Träger für Licht- und Bühnentechnik wird per Kran aus der Ruine gehoben. Der kleine orangefarbene Korb, in dem die beiden Männer mit Sicherheitsgeschirr angeschnallt sind, hängt am Ende des 51 Meter langen Masts. Von unten wird die Traverse mit Stahlseilen in die richtige Richtung gesteuert.

Die aktuelle Festspiel- und Opernsaison ist zwar längst vorbei, doch die Abbauarbeiten sind für den ersten Bühnenmeister Harald Koblenz und sein eingespieltes Team noch nicht komplett beendet. Direkt nach dem Ulli-Meiß-Konzert haben die Männer mit dem Abbau von Tribüne, Bühne und Dach begonnen. Ende September soll die Ruine im Ursprungszustand an die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessens übergeben werden können, von der die Stadt die Spielstätte alljährlich mietet.

Zu den schwierigsten Abbauarbeiten gehört das Herausheben der großen und schweren Elemente per Kran, die schon beim Aufbau in die Ruine „geschwebt“ waren.

Dabei ist präzises Vorgehen gefragt, denn natürlich dürfen die denkmalgeschützten Mauern der Ruine nicht beschädigt werden, und auch für Koblenz’ Team ist die Sache nicht ganz ungefährlich. Rot-weißes Absperrband sperrt zudem den Weg neben der Stiftsruine aus Sicherheitsgründen für Vorbeikommende ab.

Videobericht

Konzentriert geht Kranführer Ralph Köpl zu Werke. Das 1,2 Millionen teure Gerät hat eine Hubkraft von 120 Tonnen und wird jeweils für den Auf- und Abbau der Traversen und verschiedener technischen Geräte benötigt. Das größte Element, das mit dem Kran aus der Ruine gehoben und vorsichtig auf der angrenzenden Wiese abgesetzt wird, ist die 16 Meter lange „Gegenlichttraverse“, die die Krypta überspannte. Auf die gleiche Weise hinausbugsiert wird die „Personenversenkeinrichtung“, die für besondere Auf- und Abgänge der Schauspieler benutzt wurde.

Der riesige Kran kann bei der Aktion jeweils nur an einer einzigen Position stehen, nämlich auf dem Weg neben der Stiftsruine etwa in Höhe des Staudengartens. Sonst würde der „Arm“ nicht in die Ruine reichen. Ein paar Äste mussten allerdings am Wegesrand dran glauben und zurückgeschnitten werden, um Platz zu schaffen.

Obwohl es zwischendurch immer wieder regnet, haben die fleißigen Helfer Glück mit dem Wetter. Denn der Einsatz des Krans ist wetterabhängig, bei starkem Wind hätten die Arbeiten nicht stattfinden können.

Von Nadine Maaz

Kraneinsatz an der Stiftsruine

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