Landwirte mit Erträgen zufrieden – Klage über sinkende Preise

Hitze kann Ernte im Kreis nichts anhaben

Hersfeld-Rotenburg. Für das Jahr 2013 können die Landwirte im Kreis Hersfeld-Rotenburg eine gut durchschnittliche Ernte in Menge und Qualität mit eher niedrigen Erzeugerpreisen erwarten. Dieses Zwischenfazit zieht der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Friedhelm Diegel.

Das trockene und heiße Wetter im Juli habe die Ernte beschleunigt. Doch bedingt durch die kurze Schlechtwetterperiode in dieser Woche habe die Arbeit auf den Feldern pausieren müssen. „Ich gehe aber davon aus, dass sich das Wetter am Wochenende wieder stabilisiert und weiter gearbeitet werden kann“, sagt Diegel.

Zumindest die Wintergerste sei vollständig eingebracht. „Nach den ersten Erkenntnissen ist die Qualität zufriedenstellend“, erklärt Kreislandwirt Horst Taube aus Blankenheim. Die Regengüsse der vergangenen Tage haben seiner Auffassung nach nicht geschadet. Für den Reifeprozess der späteren Kulturen wie Raps, Roggen und Weizen seien sie sogar sehr von Vorteil.

Hingegen sei das nasskalte Frühjahrswetter bis in den Juni hinein für einige Kulturen eine mittlere Katastrophe gewesen. „Bei Mais und Rüben sind Mindererträge von bis zu 20 Prozent zu befürchten“, sagt Taube. Die Pflanzen hätten das auf den Böden stehende Wasser nicht vertragen. Besonders die Flussauen im Fulda- und Haunetal habe das Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen, bestätigt Friedhelm Diegel. Für einzelne Betriebe sei das verheerend; im Vergleich zum Osten der Bundesrepublik sei der Kreis aber glimpflich davongekommen.

Lediglich über die derzeitigen Getreidepreise zeigte sich Diegel enttäuscht. Die seien um ein Drittel gesunken. „Der Preis steht schon seit Wochen durch Spekulantentum unter Druck, obwohl die physische Ware noch auf dem Halm steht“, sagt der Vorsitzende des Kreisbauernverbands.

Von Emily Spanel

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