Magistrat gegen Buch-Projekt mit Timur Vermes

Hitler überfordert Leser in Bad Hersfeld

Bad Hersfeld. Er ist wieder weg – der Jury-Vorschlag für das Literatur-Projekt „Bad Hersfeld liest ein Buch“. Der Magistrat hat am Montagabend einstimmig beschlossen, dass der Bestseller „Er ist wieder da“ von Timur Vermes auf Grund der Breite des kontroversen Themas mit den personellen und finanziellen Ressourcen der Stadt nicht angemessen zu begleiten sei.

Das Buch ist eine bissige Satire über einen „wiederauferstandenen“ Hitler, der im Berlin der Gegenwart in den Medien Kultstatus erreicht. Dabei wird auch die Politik mächtig durch den Kakao gezogen.

Das Votum der Jury, in der neben Stadtbibliothek-Chef Frank Effenberger, auch Magistratsmitglied Günter Exner (CDU), der SPD-Stadtverordnete Dr. Thomas Handke, die Buchhändlerin Christel Zimmermann und der HZ-Redakteur Karl Schönholtz sitzen, war so einmütig wie selten erfolgt (wir berichteten).

Nach Informationen unserer Zeitung sollen dann allerdings nach gründlichen Recherchen ernstzunehmende Argumente gegen das Buch aufgetaucht sein. Offenbar fühlten sich aber auch einige Mitglieder des Magistrats in ihrer Entscheidungskompetenz übergangen, weil unsere Zeitung bereits im Vorfeld über den Vorschlag berichtet hatte. Dies soll aber kein Grund für die Ablehnung gewesen sein, hört man.

„Wir hätten dieses Thema mit unserer kleinen Mannschaft einfach nicht schultern können“, erklärt Frank Effenberger, der bereits über Alternativ-Vorschläge für das Literatur-Projekt verhandelt.

Buchhändlerin Christel Zimmermann von der Hoehlschen Buchhandlung zeigte sich enttäuscht über die Magistratsentscheidung. Sie verwies darauf, dass der Vorschlag für das Buch auch aus Lehrerkreisen gekommen sei. Die pädagogische Begleitung speziell jüngerer Leser hätte deshalb nicht bei der Stadt, sondern bei den Schulen gelegen. „Schade, dass man sich nicht verständigen konnte“, sagt Zimmermann. (kai)

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