Historische Landkarte: Ist Bad Hersfeld viel älter als gedacht?

Bad Hersfeld. Ist die Stadt Bad Hersfeld möglicherweise viel älter als gedacht? Diesen Schluss lässt die Arbeit einer Gruppe von Wissenschaftlern der Technischen Universität Berlin zu, die jetzt eine Landkarte entschlüsselt haben, die Mitteleuropa vor 2000 Jahren zeigt.

Eine der darin verzeichneten Städte mit Namen „Melocabus“ deuten die Kartografen laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ als Bad Hersfeld. Bislang mussten sich die Historiker bei der Suche nach Gründungsdaten zumeist mit mittelalterlichen Urkunden begnügen.

So auch in Bad Hersfeld, das nach herkömmlicher Lesart im kommenden Jahr das 1275-jährige Jubiläum feiern könnte – zurückgehend auf das Jahr 736, in dem laut schriftlicher Überlieferung der Mönch Sturmius in „Haerulfisfelt“ eine mönchische Einsiedelei errichtete. Nach Einschätzung von Stadtarchivar Johannes van Horrick, der die Arbeit der Berliner Kartografen bereits gelesen hat, muss die Hersfelder Stadtgeschichte dennoch nicht umgeschrieben werden.

„Ein Ungenauigkeitsfaktor bleibt, und die Angaben zu Bad Hersfeld sind auch nicht punktgenau“, erklärte der studierte Historiker auf Anfrage unserer Zeitung. Tatsächlich wird Melocabus in den Anmerkungen der Berliner zu den einzelnen Lokalisierungen auf der Karte, die auf Angaben des alexandrinischen Geografen Claudius Ptolemäus, nicht eindeutig lokalisiert. Beschrieben wird Melocabus als Ort an einem Verkehrsweg im Fuldatal bei Bad Hersfeld. Das lässt Raum für Interpretationen. So verweisen frühere Untersuchungen bei Melocabus auf einen Ort „Malkuß“ bei Bad Hersfeld oder auf Mecklar. (ks)

Unter folgenden Links finden Sie eine Städteliste mit historischen Zuordnungen, den Spiegel-Artikel und einen Wikepedia-Beitrag zum Thema:

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