Architekten und Stadtplaner diskutierten über Nutzungsmöglichkeiten am Ransen

Den „Hinterhof“ aufwerten

Sammelten Ideen, wie etwa der Häuserblock am Ransen 1 und 3 umgestaltet werden könnte: Architekten und Stadtplaner aus Bad Hersfeld und Umgebung. Links im Bild der städtische Planungsamtsleiter Johannes van Horrick.

Bad Hersfeld. Fotos, Pläne, und jede Menge Ideen. An Vorschlägen für eine Aufwertung des Quartiers Ransen/Rainchen/Fiddelhof nahe des Bad Hersfelder Kirchplatzes mangelte es nicht; ob und wie diese umgesetzt werden könnten, ist indes noch Zukunftsmusik.

Zu einer diesen Bereich umfassenden Planerwerkstatt haben sich am Freitag Architekten aus Bad Hersfeld, aber auch aus Alsfeld, Fulda oder Eisenach, sowie Stadtplaner, ein Vertreter des Sanierungsträgers und Bad Hersfelds Planungsamtsleiter Johannes van Horrick im Martin-Luther-Haus getroffen. Die Moderation übernahm der Stadt- und Regionalforscher Dr. Christoph Haller.

Nach einer ersten Bestandsaufnahme durch einen externen Dienstleister hatte das Stadtplanungsteam im Rahmen der Stadtsanierung zu diesem Ideenworkshop eingeladen – mit dem Ziel, nach Problemlösungen für die laut van Horrick „städtebauliche Wüste“ zu suchen. Wenngleich es dort auch einige Qualitäten und das ein oder andere Schätzchen gebe.

Im Mittelpunkt der Überlegungen standen der derzeit ungenutzte Häuserblock am Ransen 1 und 3, zwei Scheunen am Rainchen sowie ein Scheunengebäude am Fiddelhof. In Kleingruppen erarbeiteten die Teilnehmer der Planerwerkstatt mögliche Nutzungs- und Gestaltungskonzepte, die sich in manchen Punkten ähnelten, aber auch unterschiedliche Meinungen deutlich machten.

Zu den erhaltenswerten „Schätzchen“ – darin waren sich alle einig – gehört etwa ein sogenannter Eiskeller, der laut van Horrick wahrscheinlich Anfang des 19. Jahrhunderts gebaut wurde und von der ehemaligen Brauerei genutzt wurde. Ebenso konsensfähig war der Wunsch, die Inselform der Baukörper zu erhalten, das „hohe Haus“ als Dominante des Quartiers und die schmale Gasse.

Probleme sahen die Planer bei der Belichtung möglicher Wohnflächen, der Schaffung von Freiflächen sowie durch mögliche Nutzungskonflikte zwischen Wohnen und Gastronomie oder Handel. Ein optisches Ärgernis stellt die Trafostation im Bereich Fiddelhof mit „Hinterhofcharme“ dar. Ins Gespräch gebracht wurde am Freitag auch die Verlegung des Stadtarchivs in einen neuen Gebäudekomplex. „Wir werden die Ideen und Konzepte jetzt intern diskutieren und versuchen, ein Konzept zu finden, dass die Hauseigentümer überzeugt oder einen Investor“, so Johannes van Horrick. An den Planungen beteiligt ist auch die Wohnstadt/Nassauische Heimstätte. (nm)

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