Kinderbuchautorin Sabine Ludwig liest aus dem Buch „Aufruhr im Schlaraffenland“

Hinter der Breimauer

Abendliche Lesung: Kinderbuchautorin Sabine Ludwig hat in der Hoehlschen Buchhandlung ihr aktuelles Buch vorgestellt. Obwohl es schon nach Ladenschluss war, hörten viele Kinder und Erwachsene aufmerksam zu. Foto: Janz

Bad Hersfeld. „Jetzt rechts abbiegen! Rechts abbiegen!“ – Sabine Ludwig plärrt, weil das Navi plärrt. Zumindest das Gerät in ihrem Kinderbuch „Aufruhr im Schlaraffenland“, aus dem die Autorin vorliest. Das macht sie gut, und deshalb plärrt sie eben, wenn das im Text steht.

Sabine Ludwig sitzt auf einem hohen Hocker mitten in der Hoehlschen Buchhandlung in der City Galerie. Um sie herum, zwischen Regalen und Tischen voller Bücher, sitzt ihr Publikum: Kinder und Erwachsene. Etwa hundert Augenpaare sind auf die Berliner Buchautorin gerichtet. Einige Eltern kichern, dann bricht ein lautes Lachen aus den Kindern heraus.

Sie kann auch vorlesen

Das Publikum hat viel Spaß mit Sabine Ludwig, die die AG Leseförderung im Börsenverein des deutschen Buchhandels zur „Lesekünstlerin des Jahres 2010“ gekürt hat. Dass sie nicht nur schreiben, sondern auch vorlesen kann, merkt das Publikum sofort. Ludwig verstellt für die verschiedenen Rollen ihre Stimme. Mal ist sie der gewitzte Junge Philipp, mal Carmen Schultz mit frecher Berliner Schnauze, mal Philipps genervter Vater Herr Paproth aus Herne.

Der folgt vertrauensselig den Anweisungen seines Navigationsgeräts und steuert das Auto geradewegs über düstere Waldwege und durch eine Mauer aus Brei bis ins Schlaraffenland. Aber dort ist nicht alles so toll und sorgenlos, wie der märchenhafte Name vermuten lässt.

Wie die Geschichte ausgeht, müssen Sabine Ludwigs Zuhörer letztlich selbst lesen. Sie liest vor allem die Odyssee vor, die Philipp und die anderen in das Schlaraffenland führt. Aber das reicht auch schon, damit sich der späte Weg zur Lesung gelohnt hat.

Ungewöhnlicher Nikolaustag

Es ist schon nach Ladenschluss. Alle anderen Geschäfte in der City Galerie sind dunkel. „Es war der einzige freie Termin“, erklärt Carolin Schwab, die bei der Hoehlschen Buchhandlung für die Kinderbücher zuständig ist. Die Lesung sollte am Nikolaustag stattfinden. Trotzdem sind genügend Zuhörer gekommen. „Das ist mal ein Nikolausabend, wie man ihn nicht jedes Jahr hat“, sagt Schwab.

Eine Dreiviertelstunde liest Sabine Ludwig vor. Dann können die aufmerksamen Zuhörer noch vier Hörbücher gewinnen. Die Autorin signiert noch Bücher und Autogrammkarten. Dann ist der ungewöhnliche Nikolausabend in der Hoehlschen Buchhandlung zu Ende. Kinder und Erwachsene strahlen noch immer, als sie sich auf den Heimweg machen.

Von Marcus Janz

Kommentare