Heute Premiere: Kay Voges inszeniert „Man spielt nicht mit der Liebe“

Hinein ins Abenteuer

Bad Hersfeld. Regisseur Kay Voges aus Dortmund tobt gerade mitten hinein ins Abenteuer. Nach 45 Inszenierungen feiert er nämlich am heutigen Freitag mit „Man spielt nicht mit der Liebe“ das erste Mal Premiere mit einem Freilichtstück im Eichhof. Heute Abend will er die Zuschauer mitnehmen: In ein Verwirrspiel rund um romantische wie egoistische Liebe, Eifersucht und Verlangen. Themen also, die im 21. Jahrhundert noch genauso aktuell sind wie 1834, als Alfred de Musset das Stück geschrieben hat.

„Diese tragische Komödie oder komische Tragödie wird nicht nur für das Publikum aufregend, auch für mich. Denn erst im Freien wird richtig deutlich, dass es doch etwas gibt, das stärker ist als der Regisseur. Die Natur“, sagt Voges. Schon bei den Proben habe er gemerkt, welchen Effekt es haben kann, wenn die Vögel gerade im ungünstigsten Moment anfangen zu zwitschern. „Das Stück wird kurzweilig, lustig, schräg und berührend. Und ich hoffe auf ein Publikum, dass offen und neugierig ist. Lassen Sie sich überraschen“, sagt der Regisseur. Er stand neben der Herausforderung der ersten Freilichtinszenierung noch vor einem anderen Problem, das sein Team noch enger zusammengeschweißt hat.

Daniel Roskamp, der für die Bühne und die Kostüme zuständig ist, musste die Arbeit am Eichhof aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Jetzt hat Annelly Kozuschek diese Aufgaben kurzfristig übernommen. Sie hat an den Entwürfen der Kostüme weitergearbeitet, die Voges als „romantisch und theatralisch“ beschreibt. „Annelly wird auch selbst noch an der Nähmaschine sitzen, damit alles rechtzeitig bereit ist“, sagt Kay Voges.

Neue Kostümbildnerin

Er selbst war jetzt wegen der Abwesenheit von Roskamp mit der Fertigstellung der Bühne betraut, die wie ein überdimensionaler Holzkasten aussieht. Wie viel Zeit und Mühe es kostet, den Eichhof in ein Freilichttheater zu verwandeln, hat Kay Voges selbst miterlebt. Wie viel das Ganze kostet, weiß er nicht. „Ich bekomme nur immer wieder gesagt, wenn es zu viel wird und welche Auflagen es gibt“, erklärt er. Beeindruckt ist der 38-Jährige von der „besonderen Magie“ am Eichhof. Diese Magie soll auch das Stück transportieren, in dem verschiedene Welten aufeinanderprallen, nämlich eine romantische und eine lustig-verrückte.

„Man spielt nicht mit der Liebe erzählt eine Geschichte über Menschen, die geliebt werden wollen. Und es zeigt, dass Menschen sich in Monster verwandeln und andere verletzen, um Anerkennung zu bekommen“, sagt Voges und gibt zu, dass er heute Abend nervös sein wird. Wie vor jeder Premiere. „Beim Theater bin ich sozusagen der Geburtshelfer. Und wenn das Stück am Premierenabend beginnt, kann ich nicht mehr einfach Stopp rufen. Aber mir gefällt’s. Und ich hoffe, den Zuschauern auch.“ Weitere Artikel

Von Judith Strecker

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