Unwetterschäden: Angela und Andreas Rupp aus Sorga fürchten um ihre Existenz

Hilflos nach Hochwasser

Nur eine Baustelle nach dem Starkregen: In der Werkstatt des Autocenters Rupp in Sorga ist der Boden „aufgeplatzt“. Weil sie nicht gegen alle Schäden versichert sind, sind Angela und Andreas Rupp nun in ihrer Existenz bedroht. Foto: Maaz

Sorga. Das Wasser und der Schlamm sind weg, doch das Ausmaß der Schäden wird erst jetzt so richtig deutlich. Hinzu kommt plötzlich die Angst um die eigene Existenz. Angela und Andreas Rupp, die am Eichholz in Sorga das Autocenter Rupp betreiben, hat der Starkregen vor zwei Wochen arg zugesetzt.

60 bis 70 Zentimeter hoch stand das Wasser an dem verhängnisvollen Donnerstag in der Werkstatt, auf dem Hof noch höher. Auch im Büro, im Aufenthaltsraum und auf den Toiletten, richteten Wasser und Schlamm Schäden an. Komplette Autos sowie Reifen und Motoren wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Viele Helfer

Bis 4 Uhr waren die Rupps und viele befreundete Helfer im Einsatz. Nach einer kurzen Pause ging es am Freitag weiter. „Wir haben bis Sonntag geschuftet“, erzählt Andreas Rupp, der allen Helfern nochmal danken möchte. „Ohne die vielen helfenden Hände wären wir heute noch nicht fertig.“

Dass auch viele Maschinen und Werkzeuge kaputt gegangen waren, habe er erst am Montag gemerkt, berichtet Andreas Rupp. Der Boden in der Werkstatt ist regelrecht aufgeplatzt. Bis auf weiteres ist diese nun geschlossen. Zahlreiche Fotos und ein Video dokumetieren die Schäden. Schuld an dem Hochwasser auf dem 4000 Quadratmeter großen Gelände des Autocenters soll ein überlastetes Rohr gewesen sein. Vom Feld hinter dem Gebäude bahnte sich das Wasser unaufhaltsam seinen Weg. Bei einigen Nachbarn standen die Keller unter Wasser.

Die Rupps, 29 und 33 Jahre alt, sind zwar gegen Elementarschäden versichert, gegen Schäden nach Sturm, Hagel oder Feuer. „Mit so etwas haben wir aber nicht gerechnet“, sagt Andreas Rupp betrübt. Auch das Inventar ist nicht versichert. Die exakte Höhe der Schäden können die Rupps noch nicht beziffern. „Ich würde sagen, das ist ein Totalschaden“, meint Angela Rupp mit Tränen in den Augen. Drei Angestellte und einen Auszubildenen hatte der Familienbetrieb, zwei Mitarbeiter mussten die Rupps nun entlassen.

„Nach vorne sehen“

„Das schlimmste ist, dass man so hilflos ist“, sagt Angela Rupp. „Das war doch unsere Existenz.“ Die Hände in den Schoß legen, kommt aber nicht in Frage. „Man funktioniert einfach, es muss ja irgendwie weitergehen. Wir müssen jetzt nach vorne sehen und an die Zukunft unserer Kinder denken.“ Drei Kinder haben die Rupps, im Alter von einem Jahr, fünf und acht Jahren. Für sie sei der Betrieb auch als Absicherung gedacht gewesen, sagt Andreas Rupp.

1991 kam er mit seinen Eltern von Sibirien in den Kreis Hersfeld-Rotenburg. In Rotensee bei Kurt Modenbach absolvierte er die Ausbildung zum Kfz-Mechaniker, es folgte die Meisterprüfung. 2006 kaufte Andreas Rupp die ehemalige Großbäckerei in Sorga am Eichholz und eröffnete sein Autocenter, das er gemeinsam mit seiner Frau im Laufe der Jahre ausbaute. Nach acht Jahren muss das Paar nach dem Unwetter nun einen unfreiwilligen Neuanfang wagen.

Der nächste Kraftakt

Mit ihrer Kraft seien sie zwar eigentlich am Ende, aber der nächste Kraftakt steht Angela und Andreas Rupps noch bevor: die Bürokratie. Das sagt

Von Nadine Maaz

Kommentare