In der Zentralen Leitstelle des Kreises Hersfeld-Rotenburg laufen die 112-Notrufe ein

Hilfe in wenigen Minuten

Bleibt auch im Notfall ruhig: Helmar Klippert nimmt an diesem Vormittag zusammen mit seinem Kollegen Andreas Lehn die Anrufe in der Zentralen Leitstelle des Kreises in Bad Hersfeld entgegen. Foto: Schankweiler-Ziermann

Hersfeld-Rotenburg. Auf dem Bildschirm blinkt es, ein Signal ertönt, und schon nimmt Helmar Klippert den Notruf an, der über die Nummer 112 kommt: Auf einem Hof im Hersfelder Stadtgebiet ist eine Person gestürzt. Sie scheint orientierungslos, zeigt neurologische Ausfälle. Klippert fragt nach und schickt den Rettungswagen los, ein Notarzt rückt aus.

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Damit die Retter richtig ankommen

Während Kollege Andreas Lehn noch mit dem Alarm einer Brandmeldeanlage befasst ist, kommt schon der nächste Anruf rein. Auch der Hausnotruf des DRK im gesamten Kreis läuft bei der Zentralen Leitstelle im Landratsamt ein. Einsatzbearbeiter Klippert sieht auf einem der vier vor ihm stehenden Bildschirme sofort, wie die Anruferin heißt: „Frau Müller, ist alles in Ordnung?“, fragt er (Name v. d. Red. geändert). Frau Müller geht es gut, ein Fehlalarm.

Klippert ist ein erfahrener Einsatzbearbeiter in der Zentralen Leitstelle, einer von zwölf. Rund um die Uhr ist sie mit zwei Mitarbeitern besetzt.

Wenn nötig, kann die Zahl der Mitarbeiter schnell aufgestockt werden, wie kürzlich, als das Norovirus in einer Schule in Wehrda auftrat. Nach fünf Minuten war man zu viert, erklären Dieter Pfaff, zuständig für den Rettungsdienst, und Leitstellendisponent Christian Sasse.

Nervös wird Helmar Klippert so schnell nicht. Der 54-Jährige hat Routine: Er ist seit 30 Jahren dabei, seit Inbetriebnahme der Zentralen Leitstelle am 1. November 1981.

Rückblickend erinnert er sich an eine besonders schwere Lage, als 1990 morgens im dichten Nebel auf der Autobahn zwischen Hönebach und Obersuhl die Autos reihenweise ineinanderfuhren. 24 Verletzte gab es, und alle verfügbaren Rettungswagen sowie drei Hubschrauber waren damals im Einsatz. Da wird es auch in der Zentralen Leitstelle ein bisschen hektisch.

Die beiden Mitarbeiter der Leitstelle sitzen in einem Halbrund, vor sich nur Bildschirme. Auf ihnen finden sie alle notwendigen Informationen, um Hilfe zu organisieren. Rettungswagen 2-83-1 ist gelb, das heißt im Einsatz. Alle Feuerwehrfahrzeuge im Kreis sind verzeichnet, ebenso die Einbruch- und 160 Brandmeldeanlagen.

Alarm auch per Fax

Geht ein Notruf ein, sehen die Mitarbeiter der Leitstelle sofort, welche Nummer der Anrufer hat und wem der Anschluss oder das Handy gehören – auch bei unterdrückter Nummer. Alle Anrufe und Einsätze werden dokumentiert. Für Taubstumme gibt es die Möglichkeit, ein Notruf-Fax zu schicken.

„Alle Notrufe kommen an“, versichert Christian Sasse. In der Regel ist innerhalb von zehn Minuten ein Rettungsfahrzeug oder Ersthelfer vor Ort. Die Hilfe macht auch nicht an Kreis- oder Landesgrenzen halt, betont Kreispressesprecher Michael Adam. Hier werde eng zusammengearbeitet.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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