Bezirksverein der Kehlkopflosen wird 30 Jahre alt

Hilfe und Beratung nach erstem Schock

Bad Hersfeld. Sein 30-jähriges Bestehen feiert der Bezirksverein der Kehlkopflosen Osthessen am Samstag, 29. Mai, ab 10.30 Uhr im Hotel am Kurpark. Die Festansprache wird Professor Dr. med. Peter R. Issing halten. Den musikalischen Rahmen gestaltet der Mandolinen- und Gitarren-Spielkreis Bad Hersfeld.

Seit drei Jahrzehnten hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, betroffenen Kehlkopflosen oder Patienten, denen ein Teil des Kehlkopfes entfernt wurde oder die einen Luftröhrenschnitt hatten, zu helfen, erklärt Georg Gustavus, der Vorsitzende des Bezirksvereins.

Schock bei den Betroffenen

Der Verlust des Kehlkopfes sei in den meisten Fällen auf Krebs zurückzuführen, erläutert er. Bei den Betroffenen löse diese Diagnose einen erheblichen Schock aus, besonders wenn sie erführen, dass mit dem Kehlkopf meistens auch die Stimme verloren geht. „Wie kann ich mich dann verständigen? Kann ich meinen Beruf noch ausüben? Was wird aus meiner Familie, wenn ich meinen Arbeitsplatz verliere?“ Diese und andere Fragen stürmen auf die Patienten ein.

„Hier setzt unsere Beratung ein“, sagt Gustavus. „Wenn es gewünscht wird, sprechen wir vor und nach der Operation mit dem Patienten. Dazu werden wir vom Klinikum verständigt. Nach der Entlassung begleiten wir den Betroffenen ein Stück seines Weges in den Alltag.“ Dabei geht es um Fragen, welche Hilfen es gibt, damit man wieder sprechen kann, um den Grad der Behinderung oder die soziale Versorgung. Außerdem bieten die Vereinsmitglieder seelischen Beistand an.

Schicksal teilen

All das geschieht unabhängig davon, ob der Betreffende Mitglied ist oder nicht, betont Georg Gustavus: „Wir wissen aus Erfahrung, dass es leichter ist, mit den Belastungen fertig zu werden, wenn man in einer Gemeinschaft von Menschen ist, die das gleiche Schicksal teilen.“

Die Mitglieder des Vereins und andere Betroffene treffen sich fünfmal im Jahr, um ihre Erfahrungen auszutauschen und Informationen, zum Beispiel über Gesetzesänderungen, weiterzugeben. Dabei werden sie vom Landesverband Hessen und dem Bundesverband der Kehlkopfoperierten unterstützt.

Zusätzlich hält der Verein an jedem ersten Dienstag im Monat von 15 bis 17 Uhr eine Sprechzeit im Klinikum Bad Hersfeld ab. (red)

Kontakt: Georg Gustavus, Am Bünberg 20, Bebra, Tel. 06622/1753.

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