Der Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Bad Hersfelder Feuerwehr wurde aktualisiert

Hier okay, dort bedenklich

Bedingt arbeitsfähig: An Ausrüstung und Ausbildung mangelt es bei der Bad Hersfelder Feuerwehr nicht (hier ein Foto vom Tag der offenen Tür), doch der Zustand mancher Gerätehäuser gibt Anlass zur Sorge. So jedenfalls sieht es der technische Prüfdienst. Foto:nh

Bad Hersfeld. Der 2012 erstellte Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Feuerwehren der Stadt Bad Hersfeld wurde durch die Stabsstelle Feuerwehr in der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Wehrführerausschuss der Feuerwehr jetzt fortgeschrieben. Er ist mit der Kreisbrandinspektorin des Landkreises abgestimmt.

Das über 200 Seiten starke Papier geht zunächst von einer umfangreichen Ist-Analyse aus. Der unabhängige Technische Prüfdienst Hessen hat die Ausrüstung, Fahrzeuge und die Feuerwehrhäuser der Feuerwehr Bad Hersfeld nach den landesweiten gültigen Vorschriften untersucht und bewertet. Nach einem „Ampelsystem“ werden die Ergebnisse in grün (vorschriftsmäßig), gelb (arbeitsfähig mit Defiziten) und rot (mangelhaft) klassifiziert.

Sehr erfreulich: Die Ausrüstung und Geräte für die derzeit 298 Einsatzkräfte sowie deren Ausbildungsstand sind nach Ansicht der Prüfer genauso in einwandfreien Zustand sind wie der Fahrzeugpark.

Ein deutlich anderes Bild bieten die neun vorhandenen Feuerwehrhäuser: Vier von ihnen sind mit gelb (arbeitsfähig mit Defiziten) eingestuft, die fünf weiteren gelten als mangelhaft (rot). Einige der Immobilien würden die nächste Prüfung im Jahr 2019 wohl nicht mehr bestehen.

„Wir haben zwar nachweislich kein Sicherheitsproblem bei der Feuerwehr, wohl aber deutlichen Handlungsdruck bei der Politik. Dem aufgezeigten Investitionsstau im Bereich der Feuerwehrhäuser, der sich in den letzten 25 bis 30 Jahren aufgebaut hat, muss in den nächsten Jahren von der Stadt entgegengewirkt werden,“ deutet Bürgermeister Thomas Fehling die Ergebnisse des Berichts.

Neben einer Vielzahl von Maßnahmen in den einzelnen Einrichtungen werden darum auch grundssätzliche Standortentscheidungen vorgeschlagen: Die Stadtteilfeuerwehren Asbach und Beiershausen sollen in Asbach zusammengelegt werden. Zudem wird vorgeschlagen, dass Feuerwehrhaus in Kohlhausen aus wirtschaftlichen Gründen aufzugeben.

Es wird aber ausdrücklich von Seiten der Verwaltung und dem Wehrführerausschuss gewünscht, an der Freiwilligen Feuerwehr Kohlhausen, an ihren ehrenamtlichen Einsatzkräften, sowie der Jugendfeuerwehr festzuhalten. Diese sollen aber ihren Dienst im neuen Standort Fuldatal in Asbach verrichten. Bisher hatte sich Kohlhausen kategorisch gegen eine Fusion gewährt (unsere Zeitung berichtete).

Eine weitere Zusammenlegung ist für die Stadtteilfeuerwehren Kathus und Sorga in einigen Jahren geplant.

Der Finanzbedarf zur Erneuerung von Feuerwehrhäusern, der Ersatz von Einsatzfahrzeugen und eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen wird auf ein Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro geschätzt. (red/ks)

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