Hier aufgeschoben, dort dumm gelaufen

Karl Schönholtz

In der Bad Hersfelder Stadtpolitik droht ein Erledigungsstau. Wer sich die Tagesordnungen der jüngsten und der bevorstehenden Sitzungen von Ausschüssen und Stadtverordnetenversammlung anschaut, der wundert sich weniger über das, was behandelt werden soll als über das, was gar nicht erst draufsteht oder kurzfristig wieder heruntergenommen wurde (Konzept für Festspiele und Oper ab 2015, Festspiel-Marketing). Weil man sich noch dazu bei einigen Themen munter im Kreise dreht (Parkleitsystem!!!), werden auch überfällige Entscheidungen immer weiter aufgeschoben. Das hat bei verschiedenen Punkten sicher auch unterschiedliche Ursachen, doch unterm Strich bleiben halt auch viele Probleme viel zu lange ungelöst.

In der Schwebe ist auch der geplante „Lullus-Sportpark“ in der Fuldaaue. Ein Sachstandsbericht ist für die Sitzung des Sozialausschusses in der kommenden Woche angekündigt. Doch ob sich die Stadt dieses Projekt angesichts der prekären Haushaltssituation jetzt noch leisten kann, das muss bezweifelt werden, zumal die Landesförderung möglicherweise nicht so hoch ausfällt wie erhofft.

Bei der Bad Hersfelder Feuerwehr steht ein Führungswechsel bevor. Stadtbrandinspektor Thomas Daube wird nach zehn Jahren an oberster Stelle nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Daube geht als Beamter zurück zur Post. Für die Jahreshauptversammlung aller Hersfelder Wehren im Januar gibt es denn auch schon zwei Kandidaten für Daubes Nachfolge. Pardon, einen Kandidat und eine Kandidatin. Beide werben dem Vernehmen nach im Kreise ihrer Kameradinnen und Kameraden bereits eifrig um Stimmen.

Dumm gelaufen: Wenn die Stadt Bad Hersfeld am 15. November zum Parlamentarischen Abend lädt, findet gleichzeitig die Hauptveranstaltung der Aktion „Bad Hersfeld liest ein Buch“ statt. Wie das im Zeitalter der Excel-Tabellen und der Ganzjahreskultur passieren konnte, das vermochte auch Bürgermeister Thomas Fehling nicht zu erklären. „Da hat wohl jemand nicht aufgepasst“, gestand er vor dem Kulturausschuss. Fehling versicherte jedoch, sich bei beiden Events blicken zu lassen.

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