Asylsuchende werden auf bestehende Unterkünfte verteilt

Am Donnerstag kommen noch einmal 120 Flüchtlinge in den Landkreis

Hersfeld-Rotenburg. Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg bekommt am Donnerstag weitere 120 Asylsuchende aus dem Erstaufnahmelager in Gießen zugewiesen.

Viele dieser Flüchtlinge waren bislang in Zeltstädten untergebracht und sollen nun in richtige Wohnungen einziehen. Bei den 120 Flüchtlingen handelt es sich um 90, die in Familienbünden leben sowie um 30 Asylsuchende, die alleine nach Deutschland gekommen sind. Sie werden in den Gemeinschaftsunterkünften in Ronshausen und auf dem Bad Hersfelder Wehneberg untergebracht. Zudem hat der Landkreis bereits im Vorfeld Wohnungen in Heringen, Rotenburg, Bebra und Mühlbach angemietet. Zeltstädte oder Containerdörfer gibt es im Landkreis nicht. Auch Schul- oder Stadthallen sind derzeit nicht für die Unterbringung vorgesehen. Weitere Immobilien werden aktuell – unter anderem in Sachen Brandschutz – auf ihre Eignung geprüft.

„Wir waren auf diesen Ansturm vorbereitet. Dann werden unsere Kapazitäten aber auch erschöpft sein“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz. Sie ist beim Landkreis verantwortlich für den Bereich Migration. Im Landratsamt in Bad Hersfeld wird heute der Kreistagssitzungssaal zur Verfügung stehen, um die Flüchtlinge zu registrieren.

„Die Flüchtlingsthematik betrifft alle Bereiche der Verwaltung. Ich werde dem Kreisausschuss vorschlagen, das Personal kurzfristig aufzustocken“, erklärt Landrat Dr. Michael Koch. Angeregt werde eine freiwillige Abordnung von Mitarbeitern.

„Wir müssen auf der einen Seite warmherzig sein und den Menschen, die aus der Not geflüchtet sind, helfen. Auf der anderen Seite stoßen aber die Kommunen an ihre Belastungsgrenzen“, sagt Koch. Er versprach den Bürgermeistern, die von ihm gestern während einer Dienstversammlung über die kurzfristige Zuweisung informiert worden waren, zeitnah eine Sondersitzung zu diesem Thema anzuberaumen.

Von Mario Reymond

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