Bad Hersfeld liest ein Buch: Schüler der Geistalschule verglichen Lebenswelten

Heute Disco, damals Krieg

Jenseits von „Granatensingen“: Die Theatergruppen der Gesamtschule Geistal setzten sich mit den unterschiedlichen Lebenswelten der Jugendlichen heute und vor 100 Jahren, zu Beginn des Ersten Weltkriegs, auseinander. Fotos: Landsiedel

Bad Hersfeld. Mit einem wahren Veranstaltungsmarathon ging die Aktion „Bad Hersfeld liest ein Buch“ in die Zielgerade. Anläßlich des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges vor genau 100 Jahren lasen die Bad Hersfelder in diesem Jahr Erich Maria Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“.

Auch die Bad Hersfelder Schulen setzten sich im Rahmen des Unterrichts mit der Thematik „Erster Weltkrieg“ in vielfältiger Art und Weise auseinander. Die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentierten die Jugendlichen diese Woche in vielen Veranstaltungen der interessierten Öffentlichkeit.

An der Gesamtschule Geistal verglichen Schüler der Wahlpflichtkurse „Darstellendes Spiel“ und „Theater“ zum Beispiel die Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen der jungen Menschen 1914 und 2014 mit der jeweils erlebten Realität.

Dabei gingen die Schüler der beiden Kurse davon aus, sich sehr gut in die Gedankenwelt der Protagonisten von Remarques Roman hineinversetzten zu können, waren letztere doch gerade einmal zwei bis drei Jahre älter als sie selbst. „Was sich junge Menschen wünschen, weiß niemand besser als unsere Schüler“, meinte Birgit Schmitt, die zusammen mit Ulla Morgner für die beiden Wahlpflichtkurse verantwortlich zeichnet.

Im Gleichschritt

Die Jugendlichen zeigten in pantomimischen Bildern ihre Erwartungen an das Leben, stellten einen Besuch bei einem verwundeten Kameraden im Lazarett dar, marschierten im Gleichschritt durch die Aula oder erzählten kurze, positive Erlebnisse aus dem letzten Urlaub. Zwischen den einzelnen Bildern ertönten über Lautsprecher Soundcollagen, eine Abfolge von jungen Männern gelesener kurzer Textfragmente aus „Im Westen nichts Neues“.

Im beeindruckenden Abschlussbild wurden die gelebten Realitäten 1914 und 2014 gegenübergestellt: auf der einen Seite Disco, Handy und erste Liebe, auf der anderen Seite das Soldatenleben an der Front beziehungsweise im Schützengraben.

Zum Schuss der gut 45-minütigen Veranstaltung zogen die Jugendlichen das Fazit, dankbar zu sein für den heutigen Luxus und die vielfältigen Möglichkeiten, die ihnen offen stehen und versprachen, diese auch zu nutzen. Parallel wurde in der Aula noch eine Wanderausstellung des Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrums zur Entstehung des Romans „Im Westen nichts Neues“ gezeigt. Text links

Von Thomas Landsiedel

Kommentare