Hessische Pläne für das Stadtzentrum in Liebenstein

Liebe Leserinnen und Leser aus Bad Hersfeld, „Herzog-Georg-Carree“ - Unter diesem klangvollen Namen hat Eberhard Unger, Geschäftsführer der Firma Kurhessen-Gewerbebau, seine Pläne für das neue Stadtzentrum in Bad Liebenstein eingereicht. Der Hesse ist einer von fünf potenziellen Investoren, die ihr Interesse an der Fläche bekundet haben.

In einem Pressegespräch stellte Unger seine Pläne nun erstmals öffentlich vor. „Dieses Gelände ist einmalig und etwas ganz Besonderes, es ist die Stadtmitte“, erklärt der Geschäftsführer, warum das Grundstück in der Kurstadt für ihn als Investor sehr interessant sei.

Bislang sind auf dem Areal ein Parkplatz und eine seit vielen Jahren marode Stadthalle zu finden. Die Sanierung und den Betrieb des Gebäudes als Veranstaltungszentrum kann die Stadt finanziell nicht stemmen.

Der hessische Investor hat auch keine Verwendung für den zu DDR-Zeiten gebauten Koloss und will ihn abreißen. Auf der freiwerdenden Fläche sollen Parkplätze entstehen, zudem sind zweigeschossige Wohn- und Geschäftshäuser angedacht.

Weiterhin ist der Bau eines Vollsortiment-Supermarktes mit einer Fläche von 7000 Quadratmetern vorgesehen. Dass es in Bad Liebenstein bereits zwei Discounter und drei weitere Supermärkte gibt, ist Unger bewusst. Er erklärt jedoch: „Den Vollsortimenter brauchen wir für die Frequenz.“ Nur damit sei dieses Vorhaben realisierbar. Dass es zu „einer Umverteilung der Kaufkraft“ kommen werde, sei möglich. „Aber hier wird niemand am Hungertuch nagen.“ Immerhin habe die Einheitsgemeinde zirka 8000 Einwohner und sei damit nach Bad Salzungen die größte Stadt im Wartburgkreis.

Zirka 12,5 Millionen Euro schätzt der Investor als Gesamtkosten für das Vorhaben. „Wir bauen auf eigene Rechnung“, erklärt er. Die Suche nach zahlungskräftigen Investoren falle damit schon einmal weg. Sein Unternehmen Kurhessen-Gewerbebau war bereits an ähnlichen Vorhaben im Südthüringer Raum beteiligt.

Nach der öffentlichen Präsentation in einer Einwohnerversammlung am 8. Juni müsse der Stadtrat eine Entscheidung fällen, „wie er weiter verfahren will“, informiert Bürgermeister Dr. Michael Brodführer (CDU) über den weiteren Ablauf. Entscheidet sich das Gremium für das Vorhaben, sei der Abschluss eines städtebaulichen Vertrages nötig.

marie-luise.otto@stz-online.de

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