Andre Stenda übernimmt mit 27 Jahren das Amt des Bürgermeisters in Hohenroda

Hessens Jüngster legt los

Sonnenblumen zum Start: Andre Stenda (Mitte) ist am Donnerstagabend im HessenHotelpark in Oberbreitzbach als neuer Bürgermeister von Hohenroda vereidigt worden. Stenda tritt sein Amt am 1. September an. Sein Amtsvorgänger, Jörg Schäfer (links), hatte Stenda die Ernennungsurkunde überreicht Monika Mosebach (rechts), Vorsitzende der Gemeindevertretung, nahm Stenda den Amtseid ab. Foto: Reymond

Oberbreitzbach. Der 27 Jahre alte Andre Stenda übernimmt am 1. September die Amtsgeschäfte im Hohenrodaer Rathaus als Bürgermeister der Gemeinde.

Während der Gemeindevertretersitzung am vergangenen Donnerstagabend im HessenHotelpark legte er vor etwa 250 geladenen Gästen und den Gemeindevertretern seinen Amtseid ab. Stenda ist nach Amtsantritt der derzeit jüngste Bürgermeister in Hessen.

Vor der eigentlichen Amtseinführung hatte der amtierende Bürgermeister Jörg Schäfer, der nach 18 Dienstjahren nicht mehr für eine weitere Legislaturperiode kandidiert hatte, eine kurze Ansprache gehalten.

Dem Vertrauensvorschuss, den Stenda bei der Direktwahl am 12. Mai mit mehr als 70 Prozent der Wählerstimmen erhalten habe, gelte es nun gerecht zu werden. Die Position eines Bürgermeisters sei eine interessante, aber keine leichte Aufgabe. „Kommunales Handeln ist bekanntlich immer ein Gemeinschaftswerk, es muss aber einer da sein, der den Wagen zieht und lenkt“, merkte Schäfer an. Die politischen Gremien und die Bürger sollten dem Neuen aber Zeit geben, damit er sich einarbeiten und an die neue Situation gewöhnen könne.

Feiner Ratschlag

Einen feinen Ratschlag hatte Schäfer für seinen Nachfolger auch noch parat: „Tun Sie Ihre Arbeit gern, denn tun müssen Sie sie sowieso“.

Im Anschluss daran überreichte Schäfer die Ernennungsurkunde und die Vorsitzende der Gemeindevertretung, Monika Mosebach, nahm Stenda den Amtseid ab.

Bevor dieser Akt überhaupt vollzogen werden konnte, musste Stenda erst einmal seine ehrenamtlichen politischen Tätigkeiten in seiner Heimatstadt Trendelburg aufgeben. Dort war er Vorsitzender des Stadtparlaments. Im Landkreis Kassel war er zudem Mitglied des Kreisausschusses. Kreisbeigeordneter Burkhard Schneider von Lepel war extra angereist, um Stenda die Entlassungsurkunde aus dem Amt des Kreisausschusses zu überreichen. Er bezeichnete Stenda als „qualitätsvollen Bürgermeister“. Der Landkreis Kassel verliere mit Andre Stenda einen guten Mann.

Im Anschluss an all die Verwaltungsakte begann ein Redemarathon der Gäste. Zunächst wünschten sich die Vorsitzenden der Fraktionen allesamt eine fruchtbare und gedeihliche Zusammenarbeit mit dem neuen Bürgermeister zum Wohle der Bürger und der gesamten Gemeinde und überreichten Geschenke.

Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt zeigte sich angetan von der mutigen Entscheidung Stendas, in so jungen Jahren das Amt des Bürgermeisters anzustreben und zollte ihm seinen Respekt. Als Stadtverordnetenvorsteher von Trendelburg habe Stenda Erfahrungen mit dem Schutzschirm. „Wenn das Geld knapp ist, wird die Kreativität angeregt“, sagte der Landrat.

Segen der Kirche

Auch den Segen der Kirche bekam Stenda in dreifacher Form durch die beiden evangelischen Pfarrer Martin Arndt, Harald Krüger und den katholischen Dechant Markus Blümel. In lockerer Form wies Krüger auch darauf hin, dass die prekäre wirtschaftliche Situation Hohenrodas als Schutzschirmkommune die Kirche nicht zu verantworten habe: „Diesen Schirm hat nicht der Herr gespannt“.

Von Mario Reymond

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