300 Beamte mehr als 2005 – Bundesweit aber nur Durchschnitt

Hessen hat so viele Polizisten wie noch nie

Kassel. Die Bürger in Hessen müssten sich derzeit eigentlich ziemlich sicher fühlen – zumindest wenn es nach dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier geht. Noch nie habe man so viele Polizisten gehabt, sagte Bouffier kürzlich in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Der Blick auf die Zahlen gibt ihm Recht. Allerdings schneidet Hessen im Vergleich der Länder durchschnittlich ab. Die Gewerkschaft sieht die Stellensituation kritisch.

In ganz Hessen ist die Zahl der Polizeibeamten seit 2005 um über 300 Polizisten auf 13 995 Beamte im Vollzugsdienst gewachsen. In Nordhessen sind es aktuell 1655 Polizeibeamte und damit 60 Beamte mehr als noch im Jahr 2005. Sie sind alle im Vollzugsdienst tätig. Das heißt, dass die Polizisten nicht zu den Verwaltungsbeamten oder anderweitigen Helfern gezählt werden, teilte das Innenministerium mit.

In den vergangenen drei Jahren sei durch eine Ausbildungsoffensive das Personal aufgestockt worden, sagte Ministeriumssprecher Marco Krause. Es sei das Ziel der Regierung, die Spitzenstellung der hessischen Polizei sicherzustellen – unter anderem, um die Bekämpfung der Internetkriminalität realisieren zu können. Die verbesserte Aufklärung von Straftaten sei in der Kriminalstatistik 2013 abzulesen.

Aber: Im Ländervergleich schneidet Hessen durchschnittlich ab. Niedersachsen kommt bei knapp 1,7 Millionen Einwohnern mehr auf aktuell 18 230 Polizeivollzugsbeamte. Im Durchschnitt ist in Hessen ein Beamter für rund 428 Bürger zuständig – in Nordhessen für 600. In Niedersachsen kommt ein Polizist auf 424 Menschen, in Bayern sind es ungefähr 392.

Diese Zahlen bestätigte Andreas Grün, hessischer Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei. Die Lage sei nicht so rosig, wie sie Ministerpräsident Bouffier sie darstelle. Zum Tage, Hintergrund

Von Max Holscher

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