Umfang könnte reduziert werden – Kritik von Waldbesitzern

Hessen prüft Ende der Waldschutz-Kalkung

Hersfeld-Rotenburg. Das hessische Umweltministerium will bis zum Sommer überprüfen, ob die Bodenschutzkalkungen im Wald im bisherigen Umfang weiter nötig sind. Diese wirken der Versauerung in den Böden entgegen.

Grund sind „die in den vergangenen Jahren zurückgegangenen Schwefeleinträge“, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung. Es solle überprüft werden, inwieweit Flächen „von der Kalkung ausgeschlossen“ werden können. Grundsätzlich aber seien die Waldböden noch stark durch Säureeinträge belastet. An „ausgewählten Standorten“ seien Kompensationskalkungen deshalb weiter notwendig. Die gelte es nun herauszufinden.

Der Leiter des Rotenburger Forstamtes, Dr. Hans-Werner Führer, hält die Kalkung für eine „langfristig sinnvolle Maßnahme, die wir gerne beibehalten möchten“. Die Intervalle seien bereits von zehn Jahren auf 20 Jahre verlängert worden. „In Zukunft reichen vielleicht auch 25 Jahre“, meint Führer.

Schon bisher seien die Kalk-Hubschrauber nur dort geflogen, wo es auch notwendig sei, betont Jörg Braun, Funktionsbeamter beim Forstamt Bad Hersfeld. „Den Einsätzen gehen immer Bodenuntersuchungen voraus“, erklärt er. Landecker und Dreienberg bestünden beispielsweise aus Muschelkalk. Dort sei gar kein zusätzlicher Kalk nötig.

Auf Unverständnis trifft das Vorgehen des Ministeriums beim Hessischen Waldbesitzerverband. Sei der Boden zu sauer, würden die darin enthaltenen Schwermetalle wasserlöslich und gelangten ins Grundwasser. „Wir plädieren für weitere Kalkungen“, betont Geschäftsführer Christian Raupach.

Die Landtagsabgeordneten Dieter Franz und Heinz Lotz (beide SPD) sehen durch die Ankündigung des Ministeriums regionale Arbeitsplätze in Gefahr.

ZUM TAGE, HINTERGRUND, SEITE 3

Von Constanze Wüstefeld und Jan-Christoph Eisenberg

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