Thekla Eick engagiert sich für südasiatisches Land – Besuch von Patenkind

Mit dem Herzen in Nepal

Endlich wieder vereint: Thekla Eick (Mitte) genießt die gemeinsame Zeit mit ihrem Patenkind Shiva Hari Bajagain (links), seiner Frau und den beiden Töchtern in Bad Hersfeld. Foto: Anna Weyh

Bad Hersfeld. Wenn es im Wohnzimmer nach Ingwer duftet und nepalesische Klänge zu hören sind, ist Thekla Eick ganz in ihrem Element. Die Bad Hersfelderin liebt alles, was mit Nepal in Verbindung steht – und am meisten die Menschen dort.

Seit sie Nepal 1998 das erste Mal besucht hat, kann sie sich ein Leben ohne dieses Land nicht mehr vorstellen. Während ihrer sieben Reisen lernte sie dort viele Einheimische kennen. Darunter drei Menschen, die ihr ganz besonders an Herz wuchsen. Für sie übernahm eine Patenschaft.

Ihren 80. Geburtstag wollte Eick eigentlich in dem von ihr so geliebten Land feiern, doch ein Krankenhausaufenthalt machte ihr die Reise unmöglich. „Wenn ich nicht mehr nach Nepal kommen kann, bringe ich Nepal eben zu mir“, erzählt Eick lachend.

Reise nach Europa

So kam es, dass sie eines ihrer Patenkinder, Shiva Hari Bajagain, samt Familie nach Deutschland einlud. Nach einem dreiwöchigen Aufenthalt in Österreich gab es das große Wiedersehen.

„Sie tragen das Herz im Gesicht“, schwärmt Eick. Die vielen Freunde und Familienangehörigen von Eick endlich persönlich kennen zu lernen, bereitete allen große Freude. „Ich verdanke ihr so viel! Abgesehen von der großzügigen finanziellen Hilfe hat sie mich auch motiviert, mein Studium fortzusetzen“, berichtet Bajagain. Die beiden lernten sich in einem Hotel kennen, in dem er als Kellner arbeitete. Eicks Glaube an den eigenen Erfolg färbte auch auf den Nepalesen ab. Er beendete sein Studium, welches er aus finanziellen Gründen unterbrochen hatte, und machte sich selbstständig.

Kultur hautnah erleben

Heute leitet er ein Projekt mit dem Namen Social Tourism Development and Research Foundation. Es verfolgt das Ziel, Touristen nicht in Hotels ihren Urlaub verbringen zu lassen, sondern sie zu wesentlich geringeren Preisen bei einzelnen Familien unterzubringen, sodass sie dabei die Kultur näher kennenlernen. Das Prinzip „learning by eachother“ (gegenseitiges Lernen) verdeutlicht, dass sowohl die Touristen von den Einheimischen lernen, als auch andersherum. Ganz individuell nach Beruf können die Gäste den Dorfbewohnern behilflich sein. So kann ein Lehrer in einer einheimischen Schule unterrichten und ein Maler ein Gebäude neu streichen. Das Projekt verlangt viel Kraft und Durchhaltevermögen. Ohne Eicks Hilfe hätte Bajagain das alles nicht geschafft. Er ist überglücklich, diesen Schritt gewagt zu haben. Eick eröffnet durch ihre finanzielle Unterstützung und ihr positives Lebensgefühl vielen Menschen eine neue Sichtweise auf das eigene Leben.

Von Anna Weyh

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