Erika Meier-Böke wurde mit dem Merci-Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet

Herz für Menschen am Rande

Hinsehen, nicht wegsehen – das ist das Lebensmotto von Erika Meier-Böke (Mitte), die mit dem Merci-Preis für ihr Lebenswerk von Pröpstin Marita Natt (links) und Erster Kreisbeigeordneter Christa Bittner ausgezeichnet wurde.

Ihren Konfirmationsspruch hat sich Erika Meier-Böke zu Herzen genommen. „Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein“ hatte ihr der Pfarrer vor 55 Jahren mit auf den Weg gegeben und für Erika Meier-Böke war das eine Aufforderung, der sie gerne folgte.

Der Grundstein für ihr Engagement sei ohnehin in der Familie gelegt worden, erzählt sie. „Wir wohnten direkt an der B 62. Wenn da Tippelbrüder, so nannte man sie damals, vorbei kamen, saßen die dann immer bei uns am Tisch zum Abendessen.“

Vielleicht hat sie damals schon ihr Herz an die Menschen am Rande verloren, spätestens aber, als sie im Jahr 1985 bei der Bahnhofsmission anfing. Zunächst ehrenamtlich, dann bis zum Jahr 2000 als Leiterin. Ihr Beruf war immer auch ihre Leidenschaft und so hat sie neben der bezahlten Arbeit etwa 600 bis 700 weitere Stunden pro Jahr ehrenamtlich für die Heimatlosen und Entwurzelten, für Menschen eben, die ihre Hilfe brauchten, gearbeitet.

„Was mich wirklich belastet hat, war, dass man abends die Leute rausgeschickt hat, ins Nichts“, erzählt sie. Und so gründete sie 1993 gemeinsam mit einigen Mitstreitern den Verein „Wohnraumhilfe Bad Hersfeld“, dessen stellvertretende Vorsitzende sie seither ist. Sie hilft Wohnungslosen dabei, eine Bleibe zu finden und Möbel zu beschaffen, sie betreut sie und sammelt Spenden. 1995 kaufte der Verein sein Haus am Frauenberg, ein Jahr später wurde die erste Sozialarbeiterin eingestellt. Doch auch Erika Meier-Böke arbeitet jede Woche viele Stunden ehrenamtlich für den Verein. „Das ist fast eine Halbtagsstelle“, sagt sie lachend.

Doch das ist nicht ihr einziges Ehrenamt. 1986 wurde sie in die Kreissynode berufen, seit 1991 ist sie im Kreisdiakonieausschuss und seit 1995 im Kirchenvorstand der Stadtkirchengemeinde sowie zusätzlich als Gemeindediakoniebeauftragte aktiv.

Besuche in Altenheimen

Sie war eines der Gründungsmitglieder des Hospizvereins, macht wöchentliche Besuche in drei Altenheimen und auch Sterbebegleitungen. Darüber hinaus ist sie bei der Betreuung eines Kleinkinds aus der Nachbarschaft aktiv.

Wenn sie einmal Zeit für sich hat, genießt Erika Meier-Böke es, zu lesen, in ein Konzert zu gehen oder einfach mal gar nichts zu tun. (zac)

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