Marion Scherer nach langem Dienst in der Gemeindediakoniestation verabschiedet

Mit Herz und Hand dabei

Marion Scherer mit ihrer Nachfolgerin Elke Dodson. Fotos: Wilfried Apel

Bad Hersfeld. Ein bisschen stand Pfarrer Christoph Biskamp mit leeren Händen da, als er die langjährige Pflegedienstleiterin der Gemeindediakoniestation Bad Hersfeld, Marion Scherer, am Mittwochnachmittag in den Ruhestand verabschiedete. „Das Goldene Kronenkreuz der Diakonie für 40 Jahre treuen Dienst hast Du schon längst bekommen, und danach gibt’s leider nichts mehr!“, sagte Biskamp fast entschuldigend bei Verabschiedung, die im Rahmen eines Gottesdienstes in der Bad Hersfelder Auferstehungskirche stattfand.

„Und das, wo du dich voll und ganz und so sehr mit der Station identifiziert hast, dass ich oft das Gefühl hatte, als wärest du rund um die Uhr im Dienst“, sagte Biskamp. Der Sorgaer Geistliche war als Vorsitzender des Zweckverbands der evangelischen Kirchengemeinden, die die Station tragen, der Chef von Marion Scherer.

Aber wenigstens ein Geschenk und einen Zuspruch hatte der Langstreckenläufer dabei: „Wir danken Gott für alles, was er durch dich bewirkt hat, und wir hoffen, dass du dich – frei von allen dienstlichen Pflichten – auch weiterhin berufen fühlst, deine Gaben einzubringen!“

Lob von allen Seiten

Ähnlich hatten sich Diakoniepfarrerin Jutta Preiß-Völker und die Diakoniereferentin des Landeskirchenamts, Pfarrerin Martina Tirre, geäußert. In ihrer gemeinsamen Ansprache bezeichneten sie das Wirken von Marion Scherer als gelebte Leib- und Seelsorge, gekennzeichnet vom Wahrnehmen- und Einfühlenkönnen, vom Erspüren dessen, was der andere braucht, vom Zupacken und Zuwenden. Aber auch Fachwissen und Managementfähigkeiten habe die Fachkrankenschwester für Innere und Intensivmedizin „mit Händen, Füßen, Kopf und Herz, mit Freude und Liebe“ eingebracht.

Den Dank und die besten Wünsche der kommunalen Gremien übermittelten Bad Hersfelds Erster Stadtrat Dr. Rolf Göbel und Ludwigsaus Bürgermeister Thomas Baumann. Göbel beleuchtete das Spannungsfeld zwischen Menschlichkeit und Wirtschaftlichkeit der ambulanten Pflege und stellte fest: „Über allem muss der Mensch stehen, an der Würde des Patienten muss sich alles orientieren!“ Baumann unterstrich, dass Marion Scherer der auf christlicher Nächstenliebe gegründeten Gemeindediakoniestation ein Gesicht gegeben habe, und dass er zu jeder Zeit mit jedem Problem auf seine Mitbürgerin habe bauen können.

Dekan Dr. Frank Hofmann sprach von einem „erfolgreichen Weg“ und einer zu Ende gehenden Ära in Zeiten rasanter Änderungen. Marion Scherers Kolleginnen und Kollegen verabschiedeten sich mit individuellen Wünschen, einem Fotoalbum und einem von Nachfolgerin Elke Dodson überreichten Reisegutschein.

Als Überraschungsgäste traten die beiden Tanzgruppen der Volkstanzgruppe Tann auf, deren Leiterin Marion Scherer ist. So wie man es von ihnen gewohnt ist, zauberten sie nicht nur mit dem „Jägerneuner“ und dem Ruf „Hej Marion, hej“ den zum Abschied versammelten Gästen ein Lächeln ins Gesicht. Ganz diakonisch und ganz im Sinne der Geehrten, die abschließend einmal mehr herausstellte, dass sie immer ein gutes Team gehabt habe.

Von Wilfried Apel

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