Alena Knauff bereitet sich in Vancouver auf einen Hilfseinsatz vor

Ein Herz für Haiti

„Mission possible“ heißt diese Armenküche in Vancouver, in der sich Alena Knauff (vorn) mit ihren christlichen Teamkollegen engagiert. Reden und Zuhören ist Teil der erfüllenden sozialen Arbeit.

Vancouver/Bad Hersfeld. Junge Menschen streben in die Welt. Während allerdings viele dabei eher touristische Erlebnisse sammeln möchten oder die Sprachkarriere im Auge haben, gibt es auch eine Motivation ganz anderer Art. Die 20-jährige Alena Knauff aus Bad Hersfeld hat ihr Glaube um die halbe Welt geführt. Sie möchte sich ganz praktisch erproben und den Härten des Alltags in anderen Ländern stellen, um sich so auf das geplante Theologiestudium vorzubereiten.

Zurzeit arbeitet sie mit anderen jungen Leuten an der sozialen Front der Olympiastadt Vancouver. Und sie bereitet sich im Team vor auf einen Hilfseinsatz in Haiti, den sie aus christlichen Erwägungen bereits vor der großen Erdbebenkatastrophe geplant hatte. Im März geht’s los. Alenas große Reise aber begann in der Schweiz. Sie berichtet uns per e-Mail aus Vancouver:

„Anfang November trafen sich achtzehn Jugendliche aus fünf verschiedenen Nationen in Davos, um einen halbjährlichen christlich-theologischen Kurs zu starten. Geleitet und organisiert wird die Schule von ‚Jugend mit einer Mission’, auf englisch ‚Youth with a Mission’, kurz YWAM, einer überkonfessionellen und weltweit vertretenen Organisation.

Die Schule ist aufgeteilt in eine dreimonatige Unterrichtsphase und einen dreimonatigen Hilfseinsatz im Ausland. Nach der Unterrichtsphase haben wir uns in drei Gruppen aufgeteilt, wobei ein Team nach Japan und eines nach Südafrika ging. Wir, das dritte Team, sind jetzt für sechs Wochen in Vancouver und werden dann im März für weitere vier Wochen nach Haiti gehen.“

Hilfe in der Suppenküche

Über ihre Erfahrungen in Vancouver berichtete Alena unmittelbar vor Beginn der Olympischen Winterspiele am Telefon: „Die ersten zwei Wochen waren geprägt von neuen Eindrücken. Untergebracht sind wir auf Matratzenlagern in einer Kirche, wo wir kochen und wohnen.

Bisher durften wir vor allem in verschiedenen Obdachlosenzentren in Suppenküchen mithelfen und konnten auch persönliche Beziehungen aufbauen.

Viele Menschen hier haben Probleme mit Alkohol und Drogen oder sind in finanzieller Not. Sobald die Olympischen Spiele angefangen haben, werden wir noch zusätzlich die Heilsarmee beim Ausschenken von Getränken unterstützen.“

Kaum Zeit für Olympia

Schon bald ist die Zeit in Vancouver vorüber. Was Alena und ihre Freunde von Olympia mitbekommen, ist noch nicht sicher. Sie können sich eher vorstellen, auch an Projekten teilzuhaben, die sich mit den Schattenseiten einer solchen Großveranstaltung beschäftigen. Längst sind die Gedanken schon Richtung Haiti gewandt:

„Diese Reise ist für mich nicht nur ein Hilfseinsatz. Durch meine persönliche Beziehung zu Gott ist es mir ein großes Bedürfnis geworden, den Menschen in Haiti zu helfen. Längst bevor sich das Beben ereignet hatte, haben wir als Team jeden Mittwochnachmittag zusammen gesessen, um mehr über das Land, die Menschen und ihren Glauben zu erfahren. Unter anderen Umständen hätte ich mir einen Einsatz in einem Krisengebiet wie diesem nicht vorstellen können. Nun bin ich bereit, einem solchen Leid zu begegnen. Zudem gehen wir als Team und möchten Hoffnung in das Leben der Menschen in Haiti bringen.“

Kräftig anpacken

Alenas Team wird in Haiti richtig anpacken. Eigentlich sollten Häuser für bedürftige Familien mit aufgebaut werden.

Die Art der Hilfe wird sich nun abhängig von der konkreten Situation ändern können, erläutert Alena Knauff: „Wir werden mit der YWAM-Basis in Haiti zusammenarbeiten. Da diese zur Zeit vor allem Nothilfe leistet und von der UN beauftragt wurde, Flüchtlinge aufzunehmen, werden wir bei diesen Aufgaben tatkräftig zur Seite stehen.“

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