Kritiker-Jury kürt die besten Darsteller der Festspiele 2015

Hersfeldpreise für Christian Schmidt und Laura und Lisa Quarg

Verleihung der Hersfeldpreise 2015: Bürgermeister Thomas Fehling, Intendant Dieter Wedel, Helgo Hahn (Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine), Hans-Peter Paquor und die Vorsitzende der Jury, Bettina Fraschke (HNA Kassel) freuen sich mit den Preisträgern Christian Schmidt (Großer Hersfeldpreis) sowie den Zwillingsschwestern Laura und Lisa Quarg (Hersfeldpreise) (vorne) Foto: Landsiedel

Bad Hersfeld. Den großen Hersfeldpreis 2015 erhält Christian Schmidt. Hersfeldpreise gehen an die Schwestern Laura und Lisa Quarg. Das verkündete die Jury-Vorsitzende Bettina Fraschke (HNA Kassel) gestern während der Feierstunde in der Stiftsruine.

Christian Schmidt wird ausgezeichnet für seine beiden Doppelrollen als Antipholus in Dieter Wedels Inszenierung der „Komödie der Irrungen“ und als Oberon/Theseus in Joern Hinkels Inszenierung von „Sommernachts-Träumereien“ – beides nach William Shakespeare. Dass ein einziger Schauspieler eine doppelte Doppelrolle meistere, sei einmalig in der Geschichte der Festspiele“, betonte Fraschke. „Es gelingt Schmidt eindringlich, die vier Figuren plastisch auszuarbeiten und ihre unterschiedlichen Charakterzüge überzeugend zur Geltung zu bringen“, heißt es in der Begründung der Jury. Eine herausragende darstellerische Leistung vollbringe er als zweifacher Antipholus, weil er die gegensätzlichen Zwillinge zu einer einzigen Person zusammenfüge. In den bezaubernden „Sommernachts-Träumereien“ spiele Schmidt mit Leidenschaft und hohem körperlichen Einsatz den Theseus als arroganten Grapscher und den Oberon als animalischen Lüstling und zynischen Intriganten.

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Laura und Lisa Quarg haben sich ihren Hersfeldpreis mit ihre Darstellung der Mägde Liese und Grete in Heinrich von Kleists Lustspiel „Der zerbrochne Krug“ erspielt. „Die Zwillinge werten ihre sogenannten Nebenrollen mit kühner Bühnenpräsenz, komödiantischem Geschick und akrobatischem Körpereinsatz wesentlich auf. In Holk Freytags differenzierter, bildintensiver Inszenierung begleiten sie die Handlung, kommentieren sie und treiben sie voran“, meint die Jury.

Eine unabhängige Jury aus Theaterkritikern entscheidet über die Vergabe der Preise. Mitglieder warenin diesem Jahr Bettina Fraschke (HNA), Christoph A. Brandner (FZ), Thomas Kobbe (WLZ), Kai Struthoff (HZ) und Hermann Diel (HR).

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