Hersfeldpreis geht an Horst Sachtleben und Kristin Hölck

Bad Hersfeld. Zwei herausragende Darsteller der laufenden Festspielsaison wurden am Samstag in Bad Hersfeld ausgezeichnet. Den Großen Hersfeldpreis erhält Horst Sachtleben für seine Figur des Attinghausen in Holk Freytags „Wilhelm Tell“-Inszenierung.

Horst Sachtleben

Der Hersfeldpreis geht an Sängerin Kristin Hölck für ihre Marie in der Uraufführung „Carmen - ein deutsches Musical“. Beim Festakt in der Stiftsruine begründete Juryvorsitzende Bettina Fraschke, Redakteurin der HNA, die Entscheidungen.

Kristin Hölck

Die Jury meint: „Sachtleben beherrscht dank seiner enormen körperlichen und sprachlichen Präsenz den riesigen Raum der Stiftsruine. Als Könner des Schiller’schen Pathos spielt er einen klugen, hellsichtigen, zornigen alten Mann.“

Kristin Hölck „zeichnet das präzise Porträt einer Frau, die vom Leben und von der Liebe betrogen wird. Obwohl sie nicht nach Mitleid heischt, leidet man mit ihr.“ Die Preise sind undotiert und werden von der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine verliehen.

Drei Fragen an...

Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung?
Sachtleben: Sie ist für mich eine große Ehre, weil man ja weiß, wer den Preis schon alles vor mir bekommen hat.

Hölck: Ich habe noch nie einen Preis gewonnen. Das ist sehr aufregend.

Was ist in Ihrem Stück für Sie ein besonderer Moment?

Sachtleben: Die Sterbeszene. Da wollten wir eine verrückte Todesfröhlichkeit hineinbringen und haben sie ganz anders gemacht, als man sie normalerweise sieht.

Hölck: Ich mag gern das Terzett mit Marie, Carmen und Jo. Das ist der Moment, wo meine Marie sich entschieden hat, dass das Leben für sie ohne einen anderen Menschen weitergeht. Da schließt Marie mit allem ab, aber nicht im Bösen. Das ist so traurig, ich benutze sehr stark meine Fantasie, um diese Stimmung zu erzeugen. Aber ich knüpfe auch an eigene Erfahrungen an.

Wie ist es für Sie, bei den Festspielen dabei zu sein?

Sachtleben: Ich erlebe die schönste Theaterstätte Deutschlands. Du wirst aufgenommen von diesen Mauern, ohne zu fremdeln. Das muss an den alten Meistern liegen.

Hölck: Die Stiftsruine ist eine fantastische Bühne. Es fließen so viele Naturstimmungen mit ein, etwa wenn es dunkel wird und der Wind weht. Das erzeugt beim Spielen ein ganz anderes Gefühl, als man sonst im Theater hat. (fra)

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