Bürgerversammlung zur Peters-Straße erst nach Beschluss

Hersfelder sauer über Alibi-Veranstaltung

Bad Hersfeld. Mit Empörung und Verärgerung reagierten viele Teilnehmer der Bürgerversammlung zur geplanten Umbenennung der Carl-Peters-Straße in Bad Hersfeld auf die Tatsache, dass die Namensänderung längst beschlossene Sache ist. Die von Stadtverordnetenvorsteher Lothar Seitz (SPD) einberufene Informationsveranstaltung diente lediglich der Erfüllung eines mehrheitlich gefassten Parlamentsbeschlusses vom Dezember, war jedoch rechtlich von vornherein bedeutungslos.

Im Konferenzraum der Stadthalle prallten am Mittwochabend grundsätzlich verschiedene Ansichten aufeinander: Auf der einen Seite betonten die Befürworter die längst überfällige Notwendigkeit, den Namen eines rassistischen Verbrechers vom Stadtplan zu tilgen.

Auf der Gegenseite wurden nicht nur die durch eine Namensänderung entstehenden Umstände und Kosten (von denen die Stadt einen Teil übernimmt) beklagt, sondern auch die Vorgehensweise. „Warum sitzen wir hier?“ fragte ein Besucher, als ihm klar wurde, dass die Sache inhaltlich bereits entschieden war. Ein anderer Kritiker meinte, die Versammlung sei nur ein Alibi und „symptomatisch für das schlechte Gewissen der Mehrheitsfraktion“.

Zwischen beiden Lagern standen diejenigen, die für eine Umwidmung plädierten: Ihrer Ansicht nach sollte die Carl-Peters-Straße per erklärender Plakette einem gleichnamigen Strafrechtler zugeeignet werden.

Andere wollten eine Unterscheidung zwischen dem Verbrecher Peters und Adolf Lüderitz. Auch die nach dem Kaufmann aus dem ehemaligen Deutsch-Südwest benannte Straße soll einen neuen Namen erhalten. Das ist jetzt Sache des Magistrats, eine Entscheidung steht noch aus.

„Es geht um den guten Ruf der Stadt,“ meinte wiederum ein Fürsprecher der Umbenennung, die mit einem wie Peters künftig nicht mehr identifiziert werden wollen.  zum tage/hintergrund

Von Karl Schönholtz

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