Rücktritte im Vorstand des Trägervereins – Heinrich: Spielplan 2015 gesichert

Hersfelder Oper in Not

Alf Rothe

Bad Hersfeld. Die Hersfelder Oper ist in Not: Nach den Rücktritten von drei Vorstandsmitgliedern im Trägerverein Arbeitskreis für Musik (AfM) – darunter der Vorsitzende Alf Rothe und seine Stellvertreterin Renata von Trott zu Solz – ist die Zukunft der Opernaufführungen in der Stiftsruine fraglicher denn je.

Hintergrund der Krise sind nach Informationen unserer Zeitung die laufenden Gespräche mit der Stadt über eineKooperation mit den Bad Hersfelder Festspielen. Diese muss nach Ablauf der bisherigen vertraglichen Regelungen neu verhandelt werden. Angeblich zeigt der künstlerische Leiter der Oper, Professor Siegfried Heinrich (80), dabei wenig Kompromissbereitschaft.

Mit Rothe und von Trott habe man einen Weg der möglichen Zusammenarbeit gefunden, erklärte dazu auf Anfrage Bürgermeister Thomas Fehling, der sich von der jüngsten Entwicklung im AfM-Vorstand überrascht zeigte.

„Wahrlich erschrocken wäre ich, wenn dies dazu führte, dass die bereits erzielten Ergebnisse wieder infrage gestellt würden“, heißt es in einer Stellungnahme Fehlings. Die Stadt benötige jetzt dringend verbindliche Aussagen vom AfM, ob die mit den bisherigen Gesprächspartnern getroffenen Vereinbarungen noch Bestand haben. Fehling machte deutlich: „Für einen kompletten Neustart der Unterredungen ist definitiv keine Zeit mehr, da wir demnächst das Programm der Festspielsaison 2016 präsentieren wollen.“

Keine existenzielle Gefahr

Siegfried Heinrich selbst, der die Oper in der Stiftsruine vor 35 Jahren begründet hat, äußerte gegenüber unserer Zeitung sein Bedauern über die Rücktritte, wollte sie aber nicht kommentieren. Eine existenzielle Gefährdung der Oper sieht Heinrich nicht, denn im AfM gebe es „sehr viele Persönlichkeiten“, die die Arbeit fortführen könnten. Dies werde über das Wochenende besprochen, sagte er und kündigte eine inhaltliche Stellungnahme für Montag an.

Weiter erklärte Heinrich, dass die Opern-Aufführungen dieser Spielzeit mit Beethovens „Fidelio“ und „Der Bettelstudent“ von Carl Millöcker „hundertprozentig gesichert“ seien. Der Vorverkauf sei „der beste seit Jahren“.

Alf Rothe, der den AfM seit 2006 führte, nannte wie auch von Trott „persönliche Gründe“ für seinen Rücktritt aus dem bislang siebenköpfigen Vorstand. Dieser sei auch „ohne drei“ handlungsfähig, der künstlerische Betrieb zumindest für dieses Jahr nicht gefährdet.  zum tage

Von Karl Schönholtz

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