Neues Festspiel-Musical spielt in der Nachkriegszeit

Hersfelder Carmen: Das Geheimnis ist gelüftet

berlin/bad Hersfeld. Mehr als 22 000 Karten sind für „Carmen – Ein deutsches Musical“ schon verkauft, ohne dass irgendjemand wissen konnte, was sich hinter dieser Produktion für die Bad Hersfelder Festspiele 2010 verbirgt.

Jetzt ist das Geheimnis gelüftet: Das Buch der Berliner Schriftstellerin Judith Kuckart („Der Bibliothekar“) thematisiert die Nachkriegszeit mit Schwarzmarkt und Menschen, die in den Kriegswirren ihre Heimat verloren haben.

Auch die eigens für diese Welturaufführung komponierte Musik von Wolfgang Schmidtke wird diese Zeit widerspiegeln: Swing, Rock ‘n’ Roll und folkloristische Elemente werden zu hören sein, doch auch die Ohrwürmer aus der Bizet-Oper hat Schmidtke aufgenommen.

Wie Judith Kuckart im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete, wird das inhaltliche Gerüst der Oper auch im Musical bestehen bleiben. „Carmen ist eine ungewöhnliche Frau, die ein Verhältnis mit einem unschuldigen Mann hat, und sie wird am Ende tot sein,“ sagte Kuckart, die ihr Drehbuch in enger Abstimmung mit Regisseur Stefan Huber und Komponist Schmidtke verfasst. Auch die Liedtexte stammen aus der Feder von Judith Kuckart.

Bei den sogenannten Auditions, der Auswahl der Ensemblemitglieder, war die Autorin ebenfalls dabei, um möglichst typgerechte Besetzungen sicherzustellen.

Wie bereits berichtet wird Anna Montanaro die Titelrolle spielen und singen. Das weibliche Aushängeschild der deutschen Musical-Szene ist dem Festspielpublikum als grandiose Maria Magdalena aus „Jesus Christ Superstar“ noch in allerbester Erinnerung. Weitere Mitwirkende des Musicals und der beiden Schauspielproduktionen wird Intendant Holk Freytag am kommenden Dienstag, 15. Dezember, bei einer Pressekonferenz in Bad Hersfeld vorstellen. Z Zum Tage, lokalseitE 6

Von Karl Schönholtz

Kommentare