Hohe Abweichung zu Statistik und Meldedaten

Bad Hersfeld zweifelt Zensus-Zahlen an

Bad Hersfeld. Die Stadt Bad Hersfeld zweifelt die sie betreffenden Ergebnisse des Zensus 2011 an. Lediglich 28 610 Einwohner hatte die stichprobenartig erhobene Volkszählung für die Kreisstadt ergeben.

Jetzt befürchtet man geringere Einnahmen für den städtischen Haushalt, weil die Schlüsselzuweisungen des Landes anhand der Einwohnerzahlen berechnet werden. Stadtkämmerer Wilfried Herzberg bezifferte den möglichen Ausfall auf rund 400 000 Euro.

In der Fortschreibung des Hessischen Statististischen Landesamtes wurde die Stadt zuletzt noch mit 30 301 Einwohnern geführt. Auch die aktuelle Zahl im System des örtlichen Einwohnermeldeamtes liegt mit 29 996 deutlich über dem Zensus-Ergebnis.

„Ich halte die Zahlen für unglaubwürdig“, sagte Bürgermeister Thomas Fehling jetzt vor dem Haupt- und Finanzausschuss der Stadtverordnetenversammlung und fügte hinzu: „Ich würde darauf wetten, dass unsere Zahl die genaueste ist.“

Fehling kritisierte zudem, dass die Stadt nicht bereits im Vorfeld über die ungewöhnlich hohe Abweichung informiert wurde. Dann wäre noch Gelegenheit gewesen, die Basisdaten auf einen Übermittlungsfehler hin zu überprüfen.

Die Stadtoberen müssen sich nun überlegen, Rechtsmittel gegen das Zensus-Ergebnis einzulegen. (ks)

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