Werner Zuschlag lässt Traditionsmarke Engelhardt neu aufleben

In Bad Hersfeld wird wieder Bier gebraut

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Wohl bekomm’s: Werner Zuschlag sagt Prost mit seinem Engelhardt Bier. Sein blitzblanker Braukessel steht in der Hausbrauerei am Bad Hersfelder Marktplatz und fasst 200 Liter, aus denen dann „Hersfelder Bier“ nach dem deutschen Reinheitsgebot wird.

Bad Hersfeld. Der Hobby-Gastronom und frühere Stadtverordnete Werner Zuschlag (65) lässt ein Stück Hersfelder Brauereitradition wieder aufleben. In seiner neu-eingerichteten Hausbrauerei neben der Gaststätte „Kleines Versteck“ am Marktplatz hat er jetzt gemeinsam mit dem gelernten Bierbrauer Mirco Pietsch damit begonnen, „Hersfelder Bier“ streng nach dem deutschen Reinheitsgebot zu brauen.

Neben dem der kleinen Hausbrauerei Kramer aus Rotenburg ist es das einzige Bier aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg. Zuschlag will die Hersfelder Traditionsmarke „Engelhardt“ wieder aufleben lassen, die 1973 nach der Übernahme durch die Binding-Brauerei ihren Betrieb in Bad Hersfeld eingestellt hatte. Zuschlag hatte sich bereits im Jahr 2008 beim Patentamt die Markenrechte an dem Traditionsnamen gesichert.

Zuschlag, ein echter Herschfeller Jung aus dem Schlippental, hat früher selbst bei der Engelhardt-Brauerei gearbeitet. „Ich will etwas für die Stadt tun und ihr ein Stück alte Handwerkskunst zurückgeben“, erklärt Zuschlag.

In seiner Gaststätte „Kleines Versteck“, dem wohl ältesten Wirtschaftsgebäude der Stadt, hält er seit vielen Jahren mit unzähligen Sammlerstücken, alten Fotos und Dokumenten die Erinnerung an die Traditionsmarke wach. Auch viele alte Brau-Rezepte von Engelhardt sind in seinem Besitz.

Historische Bilder

Historische Bilder "Engelhardt-Brauerei"

Elf Jahre Arbeit und viel Ärger mit Stadtoberen und Bauaufsicht hat ihm sein Engagement eingebracht. „Viele haben mir das nicht zugetraut und sind jetzt neidisch“, sagt Zuschlag, der sich sein „Hobby und Lebensziel“ den Gegenwert eines Mittelklassewagens hat kosten lassen. Am 5. März soll das Hersfelder Bier in seiner Hausbrauerei verkostet werden. Zuschlag, der selber keinen Alkohol trinkt, hat schon „einen Teelöffel voll“ gekostet . „Süffig-herb“ sei die Geschmacksnote – und Zuschlag ist sicher: „Das Bier wird hervorragend!“ HINTERGRUND/ ZUM TAGE, SEITE 2

Von Kai A. Struthoff

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