Tierische Rumtreiber

Waschbären auf Futtersuche machen Bad Hersfelds Gärten unsicher

Bad Hersfeld. Vor einigen Jahren hat Helga Bernhardt in ihrem Garten eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht: Aus weiter Entfernung sah sie ein großes Tier davonwatscheln. „Ich dachte mir sofort, dass es ein Waschbär ist. Aber jeder andere hat das bezweifelt“, erzählt die Bad Hersfelderin.

Der Vorfall geriet etwas in Vergessenheit, bis vor Kurzem Bernhardts große, schwere Tontöpfe den Gartenhang hinuntergekullert sind. „Das konnte keine Katze sein“, ist sich Helga Bernhardt sicher. Da sie befürchtete, dass sich Einbrecher auf dem Grundstück rumtreiben, entschloss sich die Erzieherin zu handeln: „Ich wollte schon immer eine Wilddkamera haben, jetzt hat sich die Gelegenheit ergeben. Außerdem war ich neugierig, was sich hier rumtreibt.“

Marco Landow, Inhaber der Schädlingsbekämpfungsfirma M. Landow in Bad Hersfeld, hat ihr die Kamera ausgeliehen. Sie macht nachts automatisch Infrarotbilder von herumstreifenden Tieren, ohne dass sie etwas bemerken.

Übeltäter enttarnt

Zwei Tage später enttarnten die Aufnahmen die Übelttäter: Zwei Waschbären tapsten mitten in der Nacht durch den Garten der 56-Jährigen, kletterten in das Vogelhäuschen und fraßen das Fettfutter.

„Die Bilder waren endlich die Bestätigung“, erzählt Helga Bernhardt. Sie erinnerte sich dann auch an einen anderen Vorfall. Aus ihrem Gartenteich waren 30 Zentimeter große Kois verschwunden: „Eigentlich viel zu mächtig für eine Katze“, sagt Bernhardt. Schon damals hatte sie Waschbären in Verdacht, doch es gab keinen Beweis. Auf den Nachbargrundstücken wurde bis jetzt noch nicht viel von den Tieren bemerkt.

„Aber mein Anliegen ist es, Vorsorge zu betreiben und die Umgebung wissen zu lassen, dass hier Waschbären rumlaufen.“ Schließlich würden sie auch Mülltonnen durchwühlen und den Inhalt fressen, sagt Bernhardt. Sie selbst verstreut jetzt zum Beispiel das Vogelfutter an einer höher gelegenen Stelle. Und auf das Futter für Eichhörnchen verzichtet sie ganz.

Bei ihr ist noch kein großer Schaden entstanden, aber in anderen Gegenden Hersfelds sollen sich schon mehr Waschbären rumtreiben und sogar in Dachböden einziehen. Mit eigenen Augen hat sie die nachtaktiven Tiere in diesem Jahr noch nicht gesehen. So sei es schwer nachzuvollziehen, wie oft sie Besuch hat. Aber selbst wenn, hätte sie keine Angst: „Es sind ja im Grunde ganz scheue Tiere.“

Von Melinda Birmes

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