Insolvenzbilanz 2013 stellt dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg kein gutes Zeugnis aus

Hersfeld-Rotenburg: Mehr Pleiten als anderswo

Dr. Rolf Schwarz

Hersfeld-Rotenburg. Die Insolvenzbilanz 2013 fällt für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg deutlich schlechter aus als anderswo. „Sowohl im Bundes- wie im Landestrend sind die Zahlen stark rückläufig, bei uns jedoch nicht“, erklärte Dr. Rolf Schwarz, Leiter der Insolvenzabteilung am Amtsgericht in Bad Hersfeld, auf Anfrage unserer Zeitung.

Zwar blieb die Wirtschaft in Waldhessen im vergangenen Jahr von ganz großen Firmenpleiten verschont, doch die Zahl der neuen Insolvenzanträge bewegte sich mit 81 auf dem Niveau des Vorjahres.

Immerhin: Im Kirchheimer Seepark, wo bei rund 60 Beschäftigten die meisten Jobs in Gefahr geraten waren, scheint es nach Stand der Dinge eine Fortführung des Betriebes zu geben. „Fast alle Arbeitsplätze sollen erhalten werden“, wusste Dr. Schwarz.

Bei den anderen Betrieben, die in den vergangenen zwölf Monaten zahlungsunfähig geworden waren, handelte es sich um Mittelständler wie etwa die DM Baulogistik mit vergleichsweise wenigen Mitarbeitern.

Ebenfalls gegen den allgemeinen Trend fielen die Zahlen bei den Verbraucherinsolvenzen, also bei überschuldeten Privatleuten aus. 184 Eingänge bei den neuen Verfahren bedeuteten einen Zuwachs von 32 gegenüber dem Jahr 2012.

„Die Gründe dafür sind bunt gemischt“, berichtet Dr. Schwarz. Auffallend sei jedoch, dass viele junge Leute bis Mitte 20 unter den Antragstellern seien. Offenbar sei in dieser Altersklasse das Verhältnis zum Geld problematisch.

Früher hatten sich Arbeitslosigkeit und Scheidungen als vorherrschende Gründe fürs private Finanz-Desaster ausmachen lassen.

Dass die Zahl der Restschuldbefreiungen im vergangenen Jahr um gewaltige 66 Prozent auf 216 gestiegen ist, hat dagegen mit der aktuellen Situation nichts zu tun: Weil in den Jahren 2006 bis 2008 vergleichsweise viele Insolvenzanträge gestellt wurden, werden diese Verfahren nach geordnetem Verlauf jetzt abgeschlossen, indem die ehamligen Schuldner von ihren Verpflichtungen entlastet werden.

Die Möglichkeit, Privatleuten auf diese Art zu einem finanziellen Neustart zu verhelfen, hat sich im Übrigen bewährt: „Die Zahl der Versagungen beträgt weniger als zehn Prozent“, stellt Dr. Schwarz fest.

Von Karl Schönholtz

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