Mann in Hersfelder Bahnhofhalle totgeschlagen

Lange Haft für Obdachlosen-Mord gefordert

Bad Hersfeld/Fulda. Wegen Mordes an einem Obdachlosen in Bad Hersfeld hat die Staatsanwaltschaft Fulda lange Haftstrafen für die beiden Angeklagten gefordert. Der 22-jährige Hauptangeklagte soll 14 Jahre ins Gefängnis, sein 23-jähriger Mittäter zwölf Jahre und vier Monate.

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Weil die beiden zur Tatzeit betrunken waren, seien sie vermindert schuldfähig, sagte der Staatsanwalt am Dienstag vor dem Landgericht Fulda. Er forderte deshalb keine lebenslange Haftstrafe.

Für beide Männer regte der Anklagevertreter die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Der Anwalt, der den Vater des Getöteten vertritt, schloss sich dem Staatsanwalt im Wesentlichen an.

Am 12. Februar hatten die beiden Männer in der Bahnhofshalle von Bad Hersfeld offenbar grundlos auf den schlafenden Obdachlosen eingeschlagen und getreten. Ein Ohr des Opfers riss dabei fast ab, Nase, Kiefer, Wangenknochen, Kehlkopf und mehrere Rippen brachen. Der misshandelte Mann erstickte an seinem eigenen Blut.

Die beiden Männer haben die Tat gestanden. Ihre Verteidiger plädierten auf Strafen wegen Körperverletzung mit Todesfolge beziehungsweise Beihilfe dazu. Das Urteil soll am 29. Oktober verkündet werden. (dpa)

Archiv-Video vom Tatort

Rubriklistenbild: © dpa

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