Hohe Zentralität der Einkaufsstadt – Sorgen in Rotenburg

Bad Hersfeld hat von Krise nichts gemerkt

Martin Knauff

Bad Hersfeld. Dank einer „Sonderkonjunktur“ hat die Einkaufsstadt Bad Hersfeld von der Finanz- und Wirtschaftskrise fast nichts gespürt. „Wir sind auf einem hohen Niveau und daran wird sich voraussichtlich auch nichts ändern,“ erklärte Martin Knauff, Chef eines örtlichen Modehauses und stellvertretender Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes Hessen-Nord.

Für die positive Situation machte er den boomenden Arbeitsmarkt und die restriktive Stadtpolitik verantwortlich, die „Wildwuchs auf der grünen Wiese“ verhindert habe.

Auf Verbandsebene gebe es jedoch „teilweise Probleme“, räumte Knauff ein. Das bestätigte für den Standort Rotenburg auch Jürgen Dietrich, Vorsitzender der örtlichen Vereinigung Handel, Handwerk, Gewerbe (VHHG) in Rotenburg. „Die Lage ist trost- aber nicht hoffnungslos“, sagte Dietrich und sieht die Ladenmieten bei leer stehenden Flächen als „Knackpunkt“. Dietrich: „Quadratmeterpreise von jenseits zehn Euro sind auch jenseits von Gut und Böse.“ Hier wünscht er sich ein Umdenken bei den Hauseigentümern. Doch man bemühe sich, durch Service die Kundenbindung zu stärken, um so wenigstens den Bestand zu erhalten.

Bad Hersfeld hat solche Sorgen nicht. „Die Leerstände in der Innenstadt haben sich praktisch in Luft aufgelöst“, sagte Martin Knauff und verwies auf die mit knapp 170 Punkten vergleichsweise hohe Zentralitätskennziffer der Stadt. Lediglich für zwei Immobilien-Spezialfälle – gemeint sind die ehemalige Kaufhalle und das Parkhaus am Neumarkt – sei noch keine Lösung in Sicht. Für gute Lagen gibt es laut Knauff jedoch ständig neue Anfragen. zum tage, hintergrund

Von Karl Schönholtz

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