Bad Hersfelder Festspiele: Schauspielerin Lea Isabel Schaaf hat ein Parallelprojekt

Hersfeld vor der Hochzeit

Lea Isabell Schaaf wird bei den Bad Hersfelder Festspielen im Familienstück „Don Quijote“ zu sehen sein. Foto: Schönholtz

Berlin/Bad Hersfeld. Wenn am 3. August die 64. Bad Hersfelder Festspiele zu Ende gehen, dann wird es die Schauspielerin Lea Isabel Schaaf ganz eilig haben. Denn schon am Tag darauf beginnt ihr zweites großes Projekt in diesem Jahr, die Ehe.

Die Hochzeitsfeier im Garten der Eltern muss die 25-Jährige also nebenbei vorbereiten. „Kleid und Schuhe habe ich schon, aber die Sitzordnung ist noch unklar“, sagt sie lachend beim Besuch unserer Zeitung in ihrer Heimatstadt Berlin.

Vor zwei Jahren war das Festspielpublikum hautnah dabei, als sich Schaaf im Musical „Anatevka“ in der Rolle der Chava gegen den Willen ihres von Michael Schanze gespielten Papas einen Bräutigam angelte.

Gar nicht kühl

Im richtigen Leben ist die Geschichte der sympathischen Darstellerin, die nur auf manchen Fotos kühl und distanziert wirkt, jedoch auch nicht schlecht: Ihr Zukünftiger wuchs in Berlin ganz in ihrer Nähe auf. „Wir haben nur drei Straßen voneinander entfernt gewohnt, uns aber nie getroffen“, erzählt Schaaf. Erst als sie beide beim Udo Lindenberg-Musical „Hinterm Horizont“ verpflichtet waren, begegneten sich die beiden und wurden ein Liebespaar.

Auch wenn Berlin für sie als Stadt das „Nonplusultra“ ist, auch wenn sie die „Berliner Schnauze“ mag („Wenn’s härter gesagt als gemeint ist“), so steht für Schaaf jetzt wieder Bad Hersfeld im Vordergrund. Obwohl sie eine Großstadtpflanze ist, schätzt Schaaf den Kontrast, den die Kreisstadt mit ihrem vergleichsweise dörflichen Charakter darstellt. „Das ist nicht abwertend gemeint“, sagt sie, denn hier seien die Menschen hilfsbereiter.

Besonders angetan hat es ihr die Spielstätte. „Die Stiftsruine ist einmalig. Dort spielen zu dürfen, ist ein Highlight und begeistert mich jedesmal“, schwärmt Schaaf, die im Familienstück „Don Quijote“ gleich in mehreren Rollen zu sehen sein wird, darunter die Dulcinea. Neu wird für sie das kleine Freilichttheater im Schloss Eichhof sein. Dort spielt sie eine der „Sekretärinnen“ in der gleichnamigen Komödie.

Mit Intendant Holk Freytag hat sie auch außerhalb der Bad Hersfelder Saison immer wieder Kontakt und hat deswegen mitbekommen, wie nah ihm der politische Streit um den diesjährigen Etat gegangen ist.

Stete Unsicherheit

Auch persönlich erlebt Lea Isabel Schaaf, dass der Kostendruck immer stärker, die Konkurrenz der jungen Darsteller immer größer wird. „Es geht viel über Kontakte“, hat sie erfahren und gelernt, mit steter Unsicherheit zu leben, ob diesem Engagement ein nächstes folgt. Immerhin: Bis zum Herbst ist sie gebucht und ab dem 4. August sowieso in festen Händen.

Von Karl Schönholtz

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