Andere Gemeinden warten bei Test der privaten Zuleitungen ab

Bad Hersfeld geht bei Kanal-Prüfung voran

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Hersfeld-Rotenburg. Die 2010 durch die Eigenkontrollverordnung (EKVO) geregelte Untersuchung der privaten Zuleitungen zum öffentlichen Kanalnetz ist fast überall im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zur Hängepartie geraten – nur in Bad Hersfeld nicht.

Seitdem die damalige Hessische Umweltministerin Lucia Puttrich im April 2012 die Bestimmungen der EKVO per Abgeordnetenbrief vorübergehend ausgesetzt hat, haben die meisten Kommunen entschieden, den Ausgang des anschließend begonnenen Dialogverfahrens für eine Neuregelung abzuwarten. In der Kreisstadt Bad Hersfeld jedoch, wo man bereits 2010 mit der Umsetzung der EKVO begonnen hatte, wird bis heute systematisch Grundstück für Grundstück abgearbeitet, um eventuelle Schäden zu dokumentieren.

Die Stadt bewegt sich dabei auf der Grundlage des Hessischen Wassergesetzes, das die Kommunen bei der Überwachung dieser Anlagen in die Pflicht nimmt. „Bad Hersfeld handelt im Sinne des Gesetzes“, lobt Andreas Gräfe, Referatsleiter für Abwasseranlagen im Umweltministerium, denn die EKVO hätte zusätzlich nur die Details geregelt.

Auch Otto Vicum, der für Kommunales Abwasser zuständige Dezernatsleiter im Regierungspräsidium Kassel, ist „sehr froh, dass Bad Hersfeld den Verpflichtungen des Wassergesetzes in vorbildlicher Form nachkommt“.

In Rotenburg hatte man zunächst ebenfalls begonnen, der EKVO zu folgen. Nach Puttrichs Rückzieher wurden die Untersuchungen jedoch gestoppt. Stephan Heckeroth, Betriebsleiter der Stadtwerke, sieht die Schwierigkeit in der Unklarheit der gesetzlichen Forderungen: Ob nämlich eine optische Prüfung per TV-Untersuchung ausreiche oder die Druckdichtigkeit der Zuleitung gewährleistet sein muss, das ist derzeit nicht geregelt. Die Fuldastadt befindet sich mit dieser Sichtweise im Kreisgebiet in bester Gesellschaft. hintergrund zum Tage/Seite 2

Von Karl Schönholtz

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