Volker Lechtenbrink nutzte sein Theater-Gastspiel für Festspiel-Vorbereitungen

Bad Hersfeld fürs Wohlbefinden

Volker Lechtenbrink plauderte über seine Arbeit an den „Drei Musketieren“. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. „Wenn es mir mal nicht gut geht, dann komme ich nach Bad Hersfeld. Dann geht es mir wieder gut.“ Volker Lechtenbrink, der gestern im Ein-Personen-Stück „Heute weder Hamlet“ auf der Bühne der Stadthalle stand, hat eine ganz besondere Beziehung zur Festspielstadt und ihren Einwohnern.

Egal, ob er selbst spielt, als Regisseur spielen lässt oder als Intendant das große Ganze lenkt – hier mag man den Mann, der einst in einem Lied besang, was er so alles mag.

Schon mittendrin

Sein gestriger Besuch hatte allerdings noch einen anderen Grund als den Theaterauftritt oder die Verbesserung des persönlichen Wohlbefindens. Denn Volker Lechtenbrink ist schon mittendrin in den Vorbereitungen für seine Inszenierung des Mantel-und-Degen-Stücks „Die drei Musketiere“ für die Bad Hersfelder Festspiele 2013. Und die wird ganz anders werden als die Musketiere von 1979, als Lechtenbrink den Roman von Alexandre Dumas schon einmal auf die Bühne der Stiftsruine brachte.

„Ein einziges Element von damals habe ich übernommen, aber welches, das verrate ich nicht“, sagt er und verweist darauf, dass die Vorlage alle künstlerischen Freiheiten erlaube. So wird diesmal die Rolle der Lady de Winter etwas größer angelegt sein und darüber hinaus ein Engel erscheinen, den er gemeinsam mit seiner Tochter Saskia, einer erfahrenenen Drehbuchschreiberin, dazugedichtet hat. „Eine tolle Fassung, das ist richtiges Schauspielfutter,“ schwärmt Lechtenbrink von der gemeinsamen Arbeit und verspricht Unterhaltung zwischen Witz und Melancholie, eine große Komödie, aber keinen Schenkelklopfer.

Konkrete Vorstellungen von der Besetzung hatte das Vater-/Tochter-Duo beim Schreiben allerdings nicht. Denn ihre Bühnenfassung war schon so gut wie fertig, als Lechtenbrink während des vergangenen Festspielsommers im Ensemble nach geeigneten Kollegen und Kolleginnen Ausschau hielt. Doch er wurde auch so fündig.

Hängt an jedem Satz

Für eine der Musketier-Rollen hat er zudem einen Mitstreiter aus seiner Zeit als Intendant im Auge. Ob dessen Verpflichtung gelingt, steht allerdings noch nicht fest.

Und noch ein anderes Problem drückt Lechtenbrink: Seine Spielfassung ist „noch etwas zu lang“, gesteht er. Deshalb hat er den Text gestern Festspiel-Intendant Holk Freytag mit der Bitte um behutsame Streichung übergeben, dabei aber hinzugefügt: „Wir hängen an jedem Satz.“

Von Karl Schönholtz

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