250 Dinge, die wir an der Region mögen (93): Die Mansbacher Geyso-Kapelle

Herrlicher Blick ins Tal

Die Geyso-Kapelle am Friedhof in Hohenroda-Mansbach. Foto: Hartmann

Mansbach. Auf dem herrlich gelegenen Bergfriedhof thront auf der höchsten Erhebung, dicht am Waldesrand, am Abhang des Dörrberges, die Geyso-Kapelle (oder auch alte Friedhofskapelle genannt). Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf Mansbach, die Grasburg und in das Thüringer Land.

Diese Kapelle wurde ein Jahr später als das Kirchenschiff der ältesten osthessischen Barockdorfkirche 1683 errichtet. Baumeister war ebenfalls Bastian Bamberger und der Auftraggeber war Johann Valentin von Geyso. Dieses Adelsgeschlecht hat 1652 die Hälfte des Grundbesitzes derer von Mansbach gekauft. Den Herren von Mansbach stand die Kirche als Familiengruft zur Verfügung. So bauten sich die Herren von Geyso diese sehr schöne Fachwerkkapelle.

Mit Rankenwerk bemalt

Äußerlich ist sie ein schlichter Rechteckbau mit eingezogenem Rechteckchor aus dem 17. Jahrhundert. Das Schiff hat zwei Fensterachsen (Rechteckfenster), ein spitzbogiges Türgewände und einen Dachreiter mit Spitzhelm. In der Nordwand sitzt ein kleines rundbogiges Einsteinfenster. Der Innenraum hat eine Flachdecke und eine zweiseitige Empore auf korinthischen Holzsäulen. Die Brüstungen sind mit Rankenwerk bemalt.

Im Innern findet man die gleichen Kompositionskapitelle wie in der Kirche. Die Fächer tragen allerdings keine Bibelverse, sondern ornamentale Verzierungen mit Akanthusblättern und Voluten (barockvegetabile Ornamentik).

An den Wänden sind fünf von hoher Handwerkskunst zeugende schmuckvolle bearbeite Grabdenkmäler der Geyso Familie aufgestellt. Bis 1922 war die Kapelle mit einer Familiengruft verbunden.

Das Türmchen wurde 1859 von Karl von und zu Mansbach aufgesetzt. Seine Tochter stiftete ein Jahr später (1860) eine Gussstahlglocke, die bis heute zu Beerdigungen geläutet wird.

Historisch wertvolle Gräber

Um die Kapelle herum sind einige historisch wertvolle Gräber und Denkmale des Mansbacher Adels, das Kriegerdenkmal, vom Rittergutspächter Vogel, einem russischen Soldaten unter anderem platziert. Ein besonderes Erlebnis ist es, wenn man in diesem Kleinod einen Gottesdienst feiern kann.

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