Lullus-Sportpark in der Fuldaaue verbindet Notwendiges mit Wünschenswertem

Herausfinden, was geht

Bürgermeister Thomas Fehling mit dem Masterplan für den Lullus-Sportpark in der Fuldaaue. Erste Maßnahmen sind in den Entwurf des Haushalts für 2013 eingestellt. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Nachdem das Mammut-Projekt eines Lullus-Sportparks in der Fuldaaue nicht wenigen Bad Hersfelder Stadtverordneten zunächst als ein Luftschloss des neuen Bürgermeisters Thomas Fehling erschien, wird das Vorhaben in jüngster Zeit wieder sachlich diskutiert: Denn der Gedanke, aus bereits vorhandenen Sport- und Freizeiteinrichtungen ein ideelles Ganzes zu schaffen, das auch als touristisch werbewirksames Alleinstellungsmerkmal für die Stadt fungiert, hat ihren Charme.

Das Wünschenswerte verbindet sich hier allerdings mit dem Erforderlichen: Viele der in den 50er- bis 70er-Jahren entstandenen Sportanlagen sind ohnehin sanierungsbedürftig, und beim Grasbahnrund des Motorsportclubs stellt sich angesichts des bevorstehenden Autobahn-Ausbaus die Frage nach einer Verlegung.

Wenn, dann richtig

„Wenn man so etwas macht, dann richtig“, sagt Fehling und verbindet die Planungen mit dem Anspruch, dass alles Neue barrierefrei und damit behindertengerecht gestaltet wird.

Doch einerlei, ob ein Verein jetzt von einer Runderneuerung seiner Anlagen träumt, ob eine Übungsstrecke für Mountainbike-Fahrer in die Wiese am Fuldawehr gebaut werden könnte oder ob es eine Anlegestelle samt kleinem Campingplatz für Kanu-Wanderer sein darf: „Wir haben noch niemandem auch nur einen Euro versprochen,“ sagt der Bürgermeister. Ihm geht es im derzeitigen Stadium darum, durch ein Bauleitverfahren, die Machbarkeit der bisher gesammelten Ideen zu überprüfen.

Darüber hinaus hat es Fehling auf Fördergeld des Landes Hessen abgesehen, das ein Sonderprogramm für herausragende Sportstätten aufgelegt hat. Nach Sondierungsgesprächen hat das Innenministerium die Stadt nun aufgefordert, eine konkrete Beschreibung einzureichen.

Fast nichts, ganz viel

Der Finanzrahmen des Gesamtprojekts reicht von „fast nichts“ bis zu mehreren Millionen Euro – je nachdem, welche einzelnen Punkte umgesetzt werden oder eben nicht.

Um jedoch einen Fuß in die Tür zu bekommen, hat Fehling zunächst einmal zwei infrastrukturelle Maßnahmen in den Haushaltsentwurf für 2013 eingestellt. Die Herrichtung des Parkplatzes am Libri-Kreisel und eine auch für Rollstuhlfahrer nutzbare Fußgängerbrücke über die Fulda Richtung Hessen-Stadion würden auch ein anderes Problem lösen: Die Gastronomie an der Fulda hat nicht nur den Durchgangsverkehr am Kurpark anschwellen lassen, sondern auch für Chaos-Parken vor den Lokalen gesorgt.

Einmalig in Deutschland

Mit seinen Überlegungen wird Fehling am kommenden Mittwoch im Stadtverordneten-Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt vorstellig werden. „Solch ein Projekt zu verwirklichen, und das behindertengerecht, das wäre einmalig in Deutschland,“ wirbt Fehling für die Sportpark-Idee, an deren Ausgestaltung die Sportschützin Manuela Schmermund maßgeblich beteiligt war.

Sollten die Parlamentarier das Vorhaben dennoch nicht gutheißen, „dann haben wir aber darüber gesprochen und einen Beschluss gefasst,“ übt sich der Bürgermeister in Pragmatismus.

Von Karl Schönholtz

Kommentare