Projekt „Gemeinsam gegen Armut“ besteht seit fünf Jahren

Helfen – ohne Lohn

Gemeinsam gegen Armut und Einsamkeit: Margit Bönsch (links) war schon bei der ersten Zusammenkunft dabei und gehört seitdem zu den Menschen, die sich innerlich verpflichtet fühlen, Bedürftigen zu helfen. So ein Ehrenamt macht nicht reich, aber es bereichert im Herzen. Darauf stößt sie mit Annika Sauer an. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. „Kostenlos wollen wir den Menschen in unserer Stadt helfen, die sonst keine Hilfe bekommen“, erläutert Bürgermeister Hartmut H. Boehmer das einmalige Angebot der Stiftung Hospital Bad Hersfeld. Es war seinerzeit seine Idee, dass ehrenamtlich Tätige denjenigen zur Seite stehen, die vielleicht einen Pflegedienst, aber sonst niemanden haben, der ihnen hilft, weil sie arm oder krank, einsam und allein sind und die üblichen Hilfsdienste nicht bezahlen können.

Das Projekt „Gemeinsam gegen Armut & Einsamkeit“ besteht nunmehr seit fünf Jahren, und dieser Geburtstag wurde gebührend gefeiert. Viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer und einige Senioren folgten der Einladung in das Mehrgenerationenhaus Dippelmühle zu einem Umtrunk mit vielen, netten Überraschungen.

Scheu und Scham

Auch Bürgermeister Hartmut H. Boehmer kam vorbei, um „seinem Kind“ zu gratulieren. „Wir dachten damals, relativ schnell an Betreuer zu kommen, was leider nicht gelang. Man scheute sich auch, vielfach aus Scham Namen von Klienten zu nennen“, erinnerte er an die schwere Geburt des Projektes. Inzwischen kümmern sich fünfunddreißig Ehrenamtliche, alle kompetente und einfühlsame Menschen mit Herz, um fünfzig hilfsbedürftige Menschen.

Sie bieten Alltagshilfen wie Behördengänge erledigen oder die Begleitung zum Arzt, kaufen ein oder leisten einfach Gesellschaft. Auch Essen auf Rädern kann auf Wunsch organisiert werden.

Inzwischen hat sich das Projekt zu einem „ansehnlichen Kind“ entwickelt. Darüber freuen sich mit Bürgermeister Hartmut H. Boehmer die Koordinatoren des Projektes, Annika Sauer und Thomas Daube, ebenso wie die Fachkraft Ilona Stahl. Sie leitet nicht nur eine Gruppe für pflegende Angehörige von Demenzkranken, sondern bietet auch eine gemischte Musikgruppe an. Hier sind nicht nur an Demenz erkrankte Menschen, sondern auch psychisch erkrankte Menschen willkommen und gut aufgehoben. Mit einem Glas Sekt wurde auf den Erfolg des Projektes angestoßen, leckere Schnittchen wurden gereicht und jeder Gast wurde mit einer Gerbera erfreut.

Erinnerungen

Das Blättern in den Fotoalben und eine Diashow erinnerten an die vielen gemeinsamen Unternehmungen. Halbtagesbusfahrten, Lollsbesuche, Stadtspaziergänge und Weihnachtsfeiern standen dabei auf dem Programm.

Die Schwestern Wiebke und Imke Hofmann unterhielten die Gäste mit musikalischen Beiträgen auf der Querflöte und dem Klavier. Hannah Aumann und Lara Altmann begleiteten ihren Gesang auf ihren Gitarren und bei „Schön ist es auf der Welt zu sein“ stimmten die Gäste fröhlich mit ein. Ihr Lied „Die Zeit der Wunder“ passte besonders gut zu der harmonischen Veranstaltung und wurde noch einmal als Zugabe gewünscht.

Information: Wer Hilfe braucht oder Hilfsbedürftige kennt, wende sich bitte an die Koordinatoren Annika Sauer unter der Telefonnummer 06621/201-353 oder Thomas Daube unter der Telefonnummer 06621/201-355. Diese vermitteln dann die zur Verfügung stehenden ehrenamtlichen Personen an die zu betreuenden Senioren und Hilfsbedürftigen.

Von Gudrun Schmidl

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