Feuerwehr im Landkreis hat Mühe, ihre Lehrgänge zu füllen

Die Helden sind müde

Heringen. Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten und seine Mitarbeiter im Brandschutzamt des Landkreises haben zunehmend Schwierigkeiten, bei der Fortbildung der Feuerwehrfrauen und -männer die gewünschten Teilnehmerzahlen zu erreichen.

Während der Dienstversammlung der Führungskräfte aus dem Landkreis im Heringer Bürgerhaus bemängelte Weingarten, dass sich seine Mitarbeiter die Finger wund wählen und endlose E-Mail-Schriftwechsel führen müssen, um die Fortbildungsangebote zuverlässig zu füllen.

Mit Mühe gelungen

„Gerade am Ende vergangenen Jahres ist es uns nur mit Mühe gelungen, die nötigen Mindestteilnehmerzahlen zu erreichen“, bemängelte der Kreisbrandinspektor. Im laufenden Jahr werde das Brandschutzamt diese Prozedur nicht wiederholen und nötigenfalls Lehrgänge absagen, wenn es am Interesse mangelt.

Im vergangenen Jahr gab es auf Kreisebene 16 Lehrgänge mit 371 Teilnehmern. Dabei fielen elf Prüflinge durch. Weingarten führte dies unter anderem auf einen Mangel an Disziplin zurück, der sich im leichtfertigen Fehlen bei den Ausbildungsabenden geäußert hatte.

Kurs geplatzt

Auch in diesem Jahr sollten wieder 16 Lehrgänge laufen, die Platz für 398 Feuerwehrleute geboten hätten. Weil die Stadt- und Ortsteilwehren zu wenige Feuerwehrleute anmeldeten, ist aber bereits einer der vier geplanten Sprechfunklehrgänge ins Wasser gefallen.

Garantiert sind dagegen vier Lehrgänge für 100 Atemschutzgeräteträger, drei Lehrgänge, die 108 Feuerwehrleuten zur Grundausbildung verhelfen, die Ausbildung von 50 Maschnisten sowie 60 neuen Truppführern.

Besonderes Augenmerk will der KBI in diesem Jahr auf die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger legen.

Übungsabende

Außer den den vier Lehrgängen für die Retter mit den Pressluftatmern finden an 14 Abenden in diesem Jahr Übungsabende in der Anlage in der Knottengasse statt. Darin enthalten sind zwei Reservetermine für Nachzügler bei der Belastungsübung.

Dazu fährt das Land Hessen in der Zeit vom 27. August bis zum 1. September eine mobile Brandschutzsimulationsanlage auf dem Hof der Bad Hersfelder Stützpunktfeuerwache auf. Schon in 2007 und 2009 hatten solche künstlichen „Feuerhöllen“ in Bad Hersfeld Station gemacht, um Übungen unter Ernstfallbedingungen zu ermöglichen.

Anlage noch anspruchsvoller

Der Kreisbrandinspektor wies darauf hin, dass die neue Anlage noch weitaus anspruchsvoller sei, als der „Feuerdrache“, der 2009 in Bad Hersfeld gastiert hatte. Den Übungsbetrieb in Bad Hersfeld koordiniert Kreisbrandmeister Martin Orf.

Eine weitaus schwierigere Aufgabe bringt in diesem Jahr die für das zweite Halbjahr angekündigte Einführung des Digitalfunks in den hessischen Landkreisen mit sich. Egal, ob die Technik nun vor Weihnachten 2012 oder vor Ostern 2013 eingeführt wird.

HINTERGRUND

Von Kurt Hornickel

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