Jahreshoch: Das Warten hat sich für Kunden nicht gelohnt

Heizöl: Käufer haben Preispoker verloren

Hersfeld-Rotenburg. Der Heizölpreis hat ein Rekordniveau erreicht. Noch nie war der fossile Brennstoff in diesem Jahr so teuer wie im November. „Billiger wird es nicht mehr“, sagt Evi Günther von der gleichnamigen Mineralölgroßhandlung VW Günther mit Sitz in Bebra. Die Nachfrage sei bislang schleppend, weil die Kunden darauf warteten, dass die Preise wieder sinken werden. Das hält Evi Günther für illusorisch. Wenn Kunden bestellten, dann meist nur 1000 oder 1500 Liter. Einen vollen Tank leiste sich keiner.

Am Donnerstag knackte der Öl-Endpreis (inklusive Steuer) bundesweit die magische Ein-Euro-Marke je Liter, und das, obwohl immer mehr Haus- und Wohnungseigentümer auf Holz- und Pelletheizungen umsteigen oder auf Erdwärme und solare Thermik setzen.

Vom Schock verschont

Zwar bleib der Landkreis bislang noch vom großen Schock verschont, dennoch müssen die Waldhessen, die ihren Ölvorrat auffüllen müssen, Steigerungen von 15 bis 20 Cent je Liter im Vergleich zum Frühjahr verkraften, weil die Preissteigerungen inzwischen auch hier ankommen.

Am teuersten Tag des Jahres kostete der Liter Heizöl in Bebra und Bad Hersfeld 90 Cent je Liter bei einer Abnahme von 3000 Litern. Bei der Firma Günther in Bad Hersfeld wurden bei 1000 Litern Abnahme 95 Eurocent berechnet. Im Januar kostete der Liter in Bad Hersfeld noch 73 Eurocent, im März dann schon 75 Cent.

Maik Reinhardt von der Mineralöl-Großhandlung Kurt Günther in Bad Hersfeld befürchtet: „Die Kunden haben gepokert und nun verloren.“ Der schwache Euro, die Finanzkrise und die Revolution in Libyen haben aber weniger die Preisspirale beschleunigt.

Ursache sei vielmehr das Niedrigwasser im Rhein: Weil die Tankschiffe nicht mehr voll beladen die Raffinerien anfahren können, schlägt sich auch das im Preis nieder, den die Vorlieferanten dem Handel berechnen. ZUM TAGE

Von Kurt Hornickel

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