Bad Hersfelder Festspiele: Heute Abend feiert die „Komödie der Irrungen“ Premiere

Heiteres Verwirrspiel

Buntes Treiben: Shakespeares „Komödie der Irrungen“ hat Dieter Wedel im Zirkus verortet – die Stiftsruine wird zur Manege. Das Foto zeigt eine Szene im Freudenhaus der Maisha (Lara Mandoki, hinten rechts im rosafarbenen Kleid). Vorn im Bild: Rudolf Krause (links mit Krawatte) als Goldschmied, Christian Schmidt (rechts mit Hut) als Antipholus und Lars Rudolph als Dromio (rechts). Foto: Landsiedel

Bad Hersfeld. Der Titel ist Programm: Um Verwirrung und Verwechslung geht es wie in vielen lustigen Stücken von William Shakespeares auch in der „Komödie der Irrungen“. Die Komödie in einer Neufassung von Dieter Wedel – unter Verwendung der Übersetzungen von Wolf Graf Baudissin und Hans Rothe – feiert heute um 21 Uhr zum Beginn der 65. Bad Hersfelder Festspiele Premiere in der Stiftruine. Wedel hat das Stück rund um zwei Zwillingspaare im Zirkus verortet, die Bühne in der Ruine wird somit zur Manege. Auf die Idee gebracht habe ihn der Charakter des Dieners Dromio als Clownsfigur, der in der Wedelschen Inszenierung von Lars Rudolph gespielt wird. Als Zirkus-Direktor Hakam lädt Robert Joseph Bartl die Zuschauer zur Vorstellung ein.

Zwillinge werden verwechselt

Dromio aus Sewastopol und sein Herr, Antipholus aus Sewastopol (Christian Schmidt), reisen um die Welt, um ihre verschollenen Zwillingsbrüder zu suchen. Bei einem Schiffsunglück vor vielen Jahren wurden die vier getrennt. Im orientalischen Ephesus, der Heimat des anderen Antipholus’ und des anderen Dromios, kommt es zu verstörenden, aberwitzigen Verwirrungen und Verwechslungen.

Die Neuankömmlinge werden plötzlich von Leuten erkannt und begrüßt, denen sie noch nie begegnet sind. Frauen behaupten, mit ihnen verlobt oder gar verheiratet zu sein. Eine zentrale Rolle nehmen dabei die Schwestern Adriana und Samira ein, gespielt von Cosma Shiva Hagen und Teresa Rizos.

Im weiteren Verlauf droht Gefahr für Leib und Leben durch den mit harter Hand regierenden Emir und Vater der Schwestern (Mathieu Carrière), zum Verhängnis wird den Zwillingen beinahe ein funkelnder Armreif ...

In weiteren Rollen sind Sonja Kirchberger und Heinz Hoenig zu erleben – sie als liebestolle Köchin, er als Kaufmann auf Brautschau.

Als poetisches, mal zärtliches, mal derbes, sehr komisches, absurdes und manchmal auch nachdenkliches Verwirrspiel über Sein und Schein, Wirklichkeit und Traum, wird die Wedelsche „Komödie der Irrungen“ im Gewand einer furiosen Zirkus-Vorstellung angekündigt, die inklusive Pause knapp drei Stunden dauert. Die Premiere ist ausverkauft.

Von Nadine Maaz

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