Arbeitskreis für Musik präsentiert im Juli das Programm „Von Bach bis Offenbach“

Heiteres Musiktheater statt großer Oper in der Stiftsruine

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Wollen das Bach-Haus in diesem Sommer zum Klingen bringen: Bühnenmeister Lutz Kretzschmar, der sich um Optik und Beleuchtung kümmert, Hugo Wieg, der mit seinen Studenten die Inszenierungen erarbeitet hat, Siegfried Heinrich und Daniel Hirschel, der einige der Stücke ins Deutsche übertragen hat (von links).

Bad Hersfeld. Zum Sommer in Bad Hersfeld gehört die Oper – das ist die Überzeugung der Mitglieder des Arbeitskreises für Musik. Gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern ist es ihnen nun gelungen, auch abseits der Stiftsruine ein kompaktes Musikprogramm mit insgesamt acht kleinen Inszenierungen auf die Beine zu stellen, die vom 5. bis zum 11. Juli im Bach-Haus Bad Hersfeld und in der Wasserburgruine in Friedewald gezeigt werden sollen.

Unter dem Titel „Von Bach bis Offenbach – heiteres Musiktheater aus drei Jahrhunderten“ wird es kleine Kostbarkeiten aus den Bereichen Oper, Operette, Kinderoper und szenische Kantate geben, darunter mehrere deutsche Erstaufführungen. Neben populären Namen wie Johann Sebastian Bach (H-Moll-Suite und Kaffeekantate), Wolfgang Amadeus Mozart (Bastien und Bastienne) und Jacques Offenbach (Dragonette) gilt es auch hierzulande weitgehend unbekannte Komponisten wie Frédéric Barbier (Ein Souper bei Mme Contat, Kleine Baronesse) oder Robert Planquette (Dienstmädchen gesucht) zu entdecken. Die Einakter, die vor allem zur Unterhaltung des einfachen Volks in Konzerthallen, sogenannten Cafés concert, geschrieben wurden, hat Daniel Hirschel ins Deutsche übertragen.

Angebot für Kinder

Mit Carl Reineckes Märchenoper „Glückskind und Pechvogel“ steht auch wieder ein Angebot für Kinder und Familien auf dem Spielplan. Außerdem im Programm: Giovanni Battista Pergolesis „Die Magd als Herrin“ und Georg Philipp Telemanns „Schulmeister-Kantate“.

Erarbeitet werden die Inszenierungen von Hugo Wieg, der viele Jahre lang Opern in der Stiftsruine inszeniert hat, und seinen Studenten aus Halle, Daniel Hirschel und Michael Stolle mit einem kleinen Profi-Orchester.

Wieg freut sich, zum einen seinen Studenten die Möglichkeit bieten zu können, nicht nur einzelne Partituren einzustudieren, sondern richtiges Musiktheater spielen zu können. In Zeiten, in denen überall an der Kultur gespart werde, finde an den Theatern kaum noch Nachwuchsförderung statt, bedauert er. Umso dankbarer ist er Siegfried Heinrich, der vielen jungen Künsterlinnen und Künstlern einen erfolgreichen Start ins Musikleben ermöglichte.

Deshalb ist es Wieg ebenfalls ein Anliegen, nun seinerseits den AfM mit seinen Studentinnen und Studenten unterstützen zu können. Besonders geschätzt hat Hugo Wieg an der Zusammenarbeit mit Siegfried Heinrich, dass in Bad Hersfeld Opern so aufgeführt werden konnten, wie sie in der Partitur stehen, ohne künstlerische Verfremdung.

Auch in Friedewald

Gespielt werden alle Stücke im Bad Hersfelder Bach-Haus, das sich dafür mit Unterstützung von Bühnenmeister Lutz Kretzschmar in eine Theaterbühne verwandeln wird. Einige der Inszenierungen werden auch Open Air in der Wasserburgruine in Friedewald gezeigt, wo der AfM von Bürgermeister Dirk Noll mit offenen Armen aufgenommen wurde.

Von Christine Zacharias

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